Aachen - Jugendliche erfahren über Kunst die neue Heimat

Jugendliche erfahren über Kunst die neue Heimat

Von: Leon Heckmann
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Stellen am Freitag die Ergebnisse der Workshops vor: die jungen Leute, die mit Unterstützung der Künstlerinnen Vera und Ana Sous sowie Pia vom Dorp (Centre Charlemagne) kreativ gearbeitet haben. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Aachen und Ich“ – unter diesem Motto standen die beiden „MuseomobilBox“-Workshops dieses Sommers, die in der vergangenen und laufenden Woche im Centre Charlemagne stattgefunden haben.

Wie schon im vergangenen Jahr bot das Projekt unter der Leitung der Aachener Künstlerin Vera Sous sowie ihrer Tochter Ana Sous bis zu 20 jugendlichen Teilnehmern zwischen 13 und 20 Jahren zwei Wochen lang eine Möglichkeit zur kreativen und gemeinschaftlichen Feriengestaltung. In den beiden diesjährigen Workshops „Das Karlslabor“ und „Future City“ ging es vor allem um die Stadtgeschichte und die zahlreichen Kultureinrichtungen der Stadt Aachen, aber auch um kreative Visionen für die Stadtgestaltung der Zukunft.

Das Projekt „MuseomobilBox“ wurde bereits im vergangenen Jahr als Kooperation zwischen dem Centre Charlemagne, der Hauptschule Burtscheid sowie dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen ins Leben gerufen.

Ziel der Initiative sei es, bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche der Internationalen Förderklasse altersübergreifend und auf kreative Weise mit der Geschichte Aachens und seiner vielfältigen Kulturlandschaft vertraut zu machen, erzählte die Leiterin für Kunst- und Kulturvermittlung der Route Charlemagne Pia vom Dorp.

So richten sich die Workshops der beiden Leiterinnen Vera und Ana Sous vor allem an geflüchtete und zugewanderte Jugendliche: Unter den 17 jungen Teilnehmern sind mehr als zehn Nationalitäten vertreten, darunter auch Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan oder Eritrea, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland sind.

Durch den kreativen Ansatz der Workshops sollen kulturelle und sprachliche Barrieren überwunden werden und den zugewanderten Jugendlichen ihre „neue Heimat“ Aachen nähergebracht werden, sagte Projektleiterin Ana Sous.

So ging es im ersten Workshop „Das Karlslabor“ um die jahrtausendealte Stadtgeschichte Aachens. Neben vielen Streifzügen durch die Altstadt stand dabei auch ein Besuch in Kaiser Karls Kräutergarten und der historischen Adler-Apotheke im Couven-Museum auf dem Programm. Im zweiten Workshop „Future City“ haben die Jugendlichen sogar eine städteplanerische Vision vom Aachen der Zukunft entworfen: Unter anderem wurde die Aachener Innenstadt als Linolschnitt im XXL-Format nachgebildet.

Dabei ließen die Teilnehmer ihren Ideen, Wünschen und Visionen für die zukünftige Stadtgestaltung freien Lauf – so wurden im Modell alle Aachener Hauptverkehrsstraßen durch Wasserwege ersetzt. Auch ein „echter“ Architekt wurde eingeladen, um den Jugendlichen einen Einblick in reale Städteplanung zu geben.

Die zahlreichen kreativen Exponate der beiden Workshops können im Rahmen der Abschlusspräsentation am Freitag um 15 Uhr im Didaktikraum des Centre Charlemagne am Katschhof bestaunt werden. Neben den tollen Ergebnissen seien die Workshops aber auch „mehr als nur Kunst“, betonte Vera Sous: Die jugendlichen Teilnehmer aus aller Welt verbesserten ihre Deutschkenntnisse und ließen auch ihre persönlichen Geschichten und Erfahrungen in die kreativen Projektarbeiten mit einfließen.

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