„Jugend im Kampf gegen Gewalt“: Beim Sport Integration leben

Von: Svenja Pesch
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Sie setzen auf Teamgeist: Reiner Plaßhenrich und Walter Küpper (rechts), der Schirmherr und der Geschäftsführer der Aachener Initiative „Jugend im Kampf gegen Gewalt“. Foto: privat

Aachen. In Zeiten, in denen sich das gesellschaftliche Zusammenleben immer schneller wandelt und täglich neue Herausforderungen auf Menschen warten, ist es umso wichtiger, ganzheitlich zu agieren und die verschiedenen Bedürfnisse im Blick zu haben.

Das gilt in allen Lebensbereichen und somit auch im Bereich des Sportes. „Integration durch Sport“ ist ein Satz und nur ein Satz, den man mittlerweile an so ziemliche jedem Plakat sieht und in vielen sozialen Zusammenhängen hört. Integration durch Sport wird jedoch seit Jahrzehnten von allen Vereinen erfolgreich praktiziert. Gerade für die Flüchtlinge ist Sport oft die schnellste und effektivste Methode, für ein Gruppengefühl zu sorgen.

Doch für Walter Küpper, Geschäftsführer der Hilfsorganisation „Jugend im Kampf gegen Gewalt Aachen“ darf dabei eine Sache nicht untergehen, wie er erzählt: „Bei dem Wort Integration denken die meisten an Flüchtlinge. Allerdings erleben wir nicht nur innerhalb unserer Initiative, dass es immer mehr Kinder gibt, die nicht zu den Geflohenen zählen, aber dennoch Unterstützungsbedarf haben.“

Alleine in der Städteregion Aachen seien gut 25 000 Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien auf Projekte oder Kampagnen wie eben „Jugend im Kampf gegen Gewalt“ angewiesen. „Oftmals gehen Mutter und Vater arbeiten, aber können beim besten Willen keinen Sportverein für ihre Kinder finanzieren. Die Mitgliedsbeiträge sind eine Sache, aber meistens kommen dann noch Schuhe und Trainingsklamotten hinzu sowie die Frage, wie man die Einrichtung oder die Auswärtsspiele selbst überhaupt erreichen kann. Denn nicht jede Familie verfügt über ein Auto“, ergänzt Küpper.

Auch Familien, die von Arbeitslosigkeit betroffen sind, oder Alleinerziehende sehen sich oftmals mit dem Problem der Finanzierung konfrontiert. Deshalb ist es für Küpper sehr wichtig und vorrangig, nicht nur von Integration durch Sport zu sprechen, sondern von gelebter Integration, wovon alle unsere Kinder und Jugendlichen profitierten.

„Wir machen es möglich, dass die Kinder und Jugendlichen aus den Aachener Vereinen Ausrüstungen erhalten und durch die kostenlose Bereitstellung unserer Talenttransporter können die Kinder zu Hause abgeholt und zu Auswärtsspielen oder ihrem Verein gefahren werden“, beschreibt der Geschäftsführer.

Er erwähnt auch den Antrag zur Förderung einer Mitgliedschaft in einem Sportverein, den Interessierte auf der Homepage der Initiative finden können. Damit erhalten Kinder und Jugendliche aus sozialschwachen Familien pro Kind oder Jugendlichem 120 Euro jährliche Beitragsunterstützung. Für Walter Küpper sind die gemeinsamen Erfahrungen innerhalb des Sports nicht nur förderlich zur Bildung von Freundschaften, schließlich täten die Kinder und Jugendlichen gleichzeitig etwas für ihre Fitness und Gesundheit.

Bei der Initiative erhält jedes Kind Unterstützung, was dank zahlreicher Förderer möglich gemacht werde. Schirmherr der Aktion ist im übrigen seit Vielen Jahren das frühere Alemannia-Idol Reiner Plaßhenrich.

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