Jugend-Film-Tage: Aufklärung per Puzzle und Quiz

Von: ths
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Aachen. Sara lacht und zieht ihre Hand zurück aus der „Grabbelkiste”. Gerade hat die 14-Jährige erraten, was das seltsame Stück Stoff darin ist: „Eine Unterhose - ein String für Jungs.”

Ihre Freundin Anna lacht ebenfalls, „Die Pille!” hat sie ertastet. Und Eva hat ein Stoffherz erkannt. Diese Aufgabe ist gelöst, die nächste wartet schon am nächsten Info-Stand im Apollo-Kino.

Hier finden am Donnerstag die 4. Jugend-Film-Tage Aachen statt. Das Gemeinschaftsprojekt der Gesundheitsämter aus Stadt und Kreis Aachen und den Aachener Aufklärungs- und Beratungsinstitutionen AIDS-Hilfe, AWO Schwangerschaftskonfliktberatung, donum vitae, pro familia, Notruf für vergewaltigte Frauen und Mädchen, Rat & Hilfe und Schwul-Lesbisches-Aufklärungsprojekt soll vor allem eins bewirken: „Die Jugendlichen sollen sich mit ihrer eigenen Sexualität ernsthaft auseinandersetzen”, erklärt Ute Lorenz vom Gesundheitsamt Aachen.

Die Filme „Fickende Fische” und „Jalla Jalla” liefern die Vorlagen: HIV-Infektion, erste Liebe und die Frage, wie Liebe und Sexualität in unterschiedlichen Kulturen behandelt werden. „Hier geht es um Probleme, die die Jugendlichen vielleicht selbst haben”, sagt Lorenz, „sie sollen erkennen, dass es normal ist, bestimmte Fragen zu stellen und auch unsicher zu sein.”

Und die Beantwortung der Fragen übernehmen die Beratungsstellen gleich vor Ort. An sechs Ständen warten auf die 250 Schülerinnen und Schüler etwa ein Kondom-Puzzle, ein Sexual-Quiz oder die „Grabbelkiste”, in der 14 Gegenstände rund um das Thema Sex versteckt sind und die die Jugendlichen zwischen 13 und 16 Jahren durch Tasten erkennen sollen.

„So führen wir die Jugendlichen sehr niederschwellig an die sexuelle Aufklärung heran”, erklärt Brigitte Hermanns-Spilles von der AWO Eschweiler, „natürlich versuchen die Schüler, Wissenslücken zu verbergen, aber wir sehen, dass es doch immer mal wieder klick macht. Und damit ist unser Ziel erreicht.”

Jugendliche und Lehrer gehen ganz unterschiedlich an das Angebot heran: „Lehrer neigen beim Thema Sexualität zu einer Hemmschwelle”, weiß Ina Biermann von pro familia, „in der Schule geht es meist nur um biologische Aufklärung, Homosexualität oder die Lust an Sexualität kommt oft zu kurz. Für externe Aufklärungsangebote sind sie deshalb dankbar.”
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