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Jürgen Drews dreht im Eurogress eine Extrarunde

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
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Ballermann statt „Hurra tsching bumm“: Eine gute Stunde lang heizte der „König von Mallorca“ Jürgen Drews den 1400 Jecken bei der Prinzengarden-Sitzung im Eurogress ein. Foto: Andreas Steindl
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Schwungvoll: Das neue Tanzpaar der Prinzengarde – Janine Schiffers und Marco Krings.

Aachen. Wenn die Prinzengarde den König von Mallorca in die Kaiserstadt holt, ist das wohl die Krönung. Jürgen Drews – Stargast der „Oecher Fastelovvendschau“ im ausverkauften Eurogress – hatte hier „wieder alles im Griff“. Die Narren grölten, Drews sang saftige Hits – und alle hatten so viel Spaß, dass der 68-Jährige seinen Auftritt kurzerhand um über 20 Minuten verlängerte.

Dass er mangels weiterem Musikplayback-Repertoire gleich mehrfach „Ich bau Dir ein Schloss“ ins Mikrofon schmetterte, störte da kaum. Alles live. Ballermann statt „Hurra tsching bumm“: Als Drews dann tatsächlich vor dem tosenden Publikum die Krone aufs wallende Haar schob, wollte der Applaus kaum enden. „Wahnsinn! Aachen ist geil!“, jubelte der Schlagerbarde hinter der Bühne nach seinem Gastspiel im Karneval. „Im Herbst gehe ich mit Live-Band auf Tour, singe Hits wie ‚Satisfaction‘; dann komme ich wieder“, versprach er.

Da war es schon kurz vor Mitternacht, und die 4 Amigos setzten stimmungstechnisch noch einen drauf. Sobald Uwe Brandt, Stefan Beuel, René Brandt und Dietmar Ritterbecks „Alaaf der Öcher Schäng“ intonierten, gipfelte die närrische Glückseligkeit auf Tischen und Stühlen in kollektiver Euphorie. Alles tanzte. So zog der neue Kommandant der Prinzengarde nach über vier Stunden Programm strahlend Bilanz: „Super, ich bin total erleichtert. Alles hat toll geklappt“, sagte Dirk Trampen sichtlich erschöpft. Zum ersten Mal moderiert, alles prima.

Das galt auch für das neue Tanzpaar der Garde, Janine Schiffers und Marco Krings. Und es galt für die flotte Choreographie der „Dance Company“ um den ehemaligen Tanzoffizier Elmar Bosold. Schwungvoll, charmant und schier unermüdlich stürmte die Truppe übers Parkett. Mitreißend! Als Eisbrecher hatte am frühen Abend die Hamburger Band „Big Maggas“ in schrägen Outfits mit Evergreens wie „Ti amo“ gepunktet. Reibeisen-Stimme Jupp Ebert präsentierte melancholisch Öcher Liedgut und brachte das Narrenschiff mit „Wir haben alle einen Knall“ tüchtig in Fahrt. Bernd I. und sein Hofstaat huldigten Kaiser Karl musikalisch – durften aber – angeblich wegen des engen Zeitplans – zunächst keine Zugabe präsentieren.

Alles gut also? Nicht wenige Gäste im Saal hätten sich offenbar noch das ein oder andere Liedchen anstelle der zwei Wortbeiträge des Samstagabends gewünscht. Die durchaus witzigen Blödeleien der „2 Schlawiner“ Werner Beyer und Walter Schweder fanden genauso wenig Gehör wie Bauchredner Fred von Halen mit seinem gefiederten Freund Aky. Pointen á la „Deine Liebe ist so strahlend wie ein Weihnachtsbaum“ – „Nein, eher tot von der Wurzel bis zur Tannenspitze“ – hatten es schwer.

Dabei glänzen die Schlawiner und van Halen seit Jahren in der ersten Riege der karnevalistischen Wortakrobaten. Aber der Trend zu Tanzen statt Talk, zu Mitsingen statt Zuhören scheint in den Sitzungssälen unaufhaltsam fortzuschreiten. Die Geräuschkulisse der Gäste zeugt zuweilen von erstaunlichem Desinteresse. Dass zudem – wegen ständig heraus und herein eilender Raucher – sozusagen von Gesetz wegen viel mehr Unruhe im Saal als früher herrscht, erleichterte den Künstlern auch bei der „Oecher Fastelovvendschau 2014“ nicht ihr Geschäft.

Apropos Geschäft: Der neue Gastronomie-Service „lemonpie“ im Eurogress nahm am vergangenen Wochenende ebenfalls Fahrt auf. Das bargeldlose Zahlungssystem per Chipkarte funktionierte deutlich reibungsloser als bei der Prinzenproklamation eine Woche zuvor. An Service-Tempo und Wartezeiten bei Bestellungen will man weiter feilen. Damit Kellner und Kulinarik den Spaß am Karneval im Karlsjahr krönen. Gemäß dem Motto der Prinzengarde: „Carolus Magnus Gaudi Max“.

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