Jüdische Kultur und Kunst kennenlernen

Von: Martina Stöhr
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Facettenreiches Programm: Am Montag stellten die Initiatoren der vierten Jüdischen Kulturtage im Rathaus vor, was es an Veranstaltungen vom 22. Februar bis zum 22. März in Aachen gibt. Foto: Andreas Steindl

Aachen. „Wir haben Freunde, die uns zur Seite stehen, und wir fühlen uns hier zu Hause“, meint Wilfried Johnen, Geschäftsführer des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, und beweist mit diesen Worten einmal mehr, wie treffend das Motto der diesjährigen Jüdischen Kulturtage ist: „angekommen – jüdisches (er)leben.“

Ganz offensichtlich fühlt Johnen sich heimisch, und daran könnten auch die jüngsten antisemitischen Kampagnen nichts ändern, meint er. Wie sehr jüdische Kultur in Deutschland inzwischen verwurzelt sei, beweise die Überraschung vieler, wenn sie feststellten, dass das, was ihnen so bekannt und vertraut vorkomme, jüdischen Ursprungs ist, so Johnen.

Zum vierten Mal

Zum vierten Mal finden vom 22. Februar bis zum 22. März die Jüdischen Kulturtage im Rheinland statt: Insgesamt beteiligen sich 15 Städte mit 350 Veranstaltungen. Laut Rick Takvorian, Leiter des Bereichs Veranstaltungsmanagement im städtischen Kulturbetrieb, kann sich Aachens Beitrag dabei sehen lassen.

Verantwortlich dafür zeichnet Susanne Güntner als Koordinatorin. Auf dem Programm stehen Literatur, Musik, Bildende Kunst, Performance, Film und Tanz. Insgesamt ein Reigen von 30 Veranstaltungen.

Los geht es am Sonntag, 22. Februar, um 19 Uhr, im Ballsaal des Alten Kurhauses. Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Marianne Sägebrecht liest aus dem Gedichtband „Nur eine Rose als Stütze“ von Hilde Domin. Das Anne-Frank-Gymnasium präsentiert gleichzeitig eine Ausstellung zur Autorin. Die Lesung wird zudem von dem Violinisten Lenn Kudrjawizki begleitet.

Mit vergessenen Orten jüdischer Geschichte in Osteuropa beschäftigt sich Elana Katz in ihrer Ausstellung „Spaced Memory“: Dabei geht es um ein fortlaufendes Multimediaprojekt, in dem Orte vergessener jüdischer Geschichte dokumentiert und betrachtet werden. Offizielle Eröffnung ist am Freitag, 27. Februar, um 18 Uhr , in der Produzentengalerie Kunstwechsel.

Am Sonntag, 1. März, wird Elana Katz mit einer Performance in der Adalbertstraße ihre eigene Familiengeschichte, die sie mit Aachen verbindet, beleuchten, und am Montag, 2. März, kommt es um 17 Uhr in der Jüdischen Gemeinde, Synagogenplatz 23, zu einer Begegnung zwischen ihr, ihrer Großtante Miriam Doron und weiteren Familienmitgliedern. Wer dabei sein will, sollte seinen Personalausweis mitbringen.

Ein Vortrag über den Schriftsteller Walter Hasenclever im Einhard-Gymnasium, Konzerte wie „Eine besondere Welt des Jüdischen Gesangs und Tanzes“ mit israelischen, jiddischen Gebeten, Liedern und Romanzen in der Jüdischen Gemeinde, Filme wie „Ida“, in dem der preisgekrönte Regisseur Pawel Pawlikowski von zwei Frauen in Polen erzählt, die nicht vergessen können, und viele weitere Lesungen und Vorträge machen das Programm komplett.

„In Aachen heimisch geworden“

„Jüdisches Leben und jüdische Kultur sind und bleiben untrennbar mit Aachen verbunden“, schreibt Oberbürgermeister Philipp im Vorwort des Programmhefts. Viele Bürger jüdischen Glaubens seien als Einwanderer aus den ehemaligen Sowjetrepubliken in den letzten beiden Jahrzehnten nach Aachen gekommen.

„Sie sind hier heimisch geworden, und die Jüdische Gemeinde Aachen mit der 1995 eingeweihten Synagoge konnte somit wachsen und gedeihen“, so Philipp. Jetzt bietet sich einmal mehr die Gelegenheit, auch ihre Kultur besser kennenzulernen.

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