Aachen - Jubiläum von Señor Torpedo: Bässe und Beats zünden noch immer

Jubiläum von Señor Torpedo: Bässe und Beats zünden noch immer

Von: Carolin Cremer-Kruff
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Beim EM-Special im vergangenen Sommer feierten tausende Besucher den Auftritt von Señor Torpedo auf dem Marktplatz. Der Mix aus Elektrobeats, warmen Sounds und jazzigem Gesang kam bestens an. Foto: Andreas Steindl
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Blickt auf 15 Jahre Señor Torpedo und das kommende Konzertevent: Schlagzeuger Andy Reinhard . Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was passiert eigentlich, wenn vier Aachener in Düsseldorf zuerst eine Anton-Corbijn-Ausstellung und anschließend gemeinsam eine rauschende Partynacht erleben? Richtig. Sie gründen am nächsten Tag eine Band.

Diese verrückt klingende Anekdote können zumindest Andy Reinard, Thomas Palenberg, Olli Walczak und Timo von Wirth zum Besten geben. Aus der Eintagsfliege im Jahr 2001 entwickelte sich allerdings eine Erfolgsgeschichte. Denn dieses Jahr feiert „Señor Torpedo“ – so der feurige Bandname – den 15. Geburtstag.

Nicht nur das Aachener Publikum begeisterte die Formation in den vergangenen Jahren mit knarzenden Elektro-Bässen, tanzbaren Beats, warmen, modernen Sounds, ein bisschen Pop, Techno und Jazz-Latin-House, sondern auch Fans in ganz Europa. Das Erfolgsrezept: eine bunte Sound-Mischung, die Laune macht. „Wir sind alle Live-Musiker mit einem Faible für elektronische Musik. Unsere Vision war von Beginn an, beides zusammenzubringen“, erzählt Schlagzeuger Andy Reinard. In Aachen waren er und seine Mitstreiter damals die ersten, die diese Art von Musik gemacht haben. Dass sie 15 Jahre später immer noch auf der Bühne stehen – daran hat trotz Ambitionen keiner der Bandmitglieder so richtig geglaubt. Ist aber so. Deshalb wird der Geburtstag – na klar – ausgiebig auf der Bühne gefeiert: mit einem Doppelkonzert im Franz.

Unzählige Tracks sind seit der Gründung entstanden, zwei CDs, zwei EPs und eine Vinyl-Scheibe, bekannte Produzenten wie Luuk Cox, Karl Moestl und Moritz Enders kreuzten ihre Wege, hunderte Male haben sie in ganz Europa auf der Bühne gestanden – bei Konzerten, Club- und Openair-Shows. In der Euregio ist Señor Torpedo früher wie heute zu Hause, längst mit großer Fangemeinde. Im Jahr 2005 konnte die Band sogar mit ihrer Single „High“ den Song für die Eröffnungsfeier der Rhönrad-WM in Aachen und Belgien beisteuern.

Apropos WM: Noch heute erinnert sich die Band gerne an ihren Auftritt im Rahmen der Weltreiterspiele 2006 auf der großen Bühne im Elisengarten vor mehreren Tausend Zuschauern zurück. „Das war einfach nur beeindruckend“, schwärmt Reinard.

Im vergangenen Jahr begeisterten sie zur Reit-EM erneut – dieses Mal auf dem Marktplatz. „In der Anfangszeit haben wir sehr viel in der Region gespielt und konnten so viele Kontakte knüpfen, die uns noch heute nützen“, so Reinard, der in Maastricht Musik studiert hat.

Dort lernte er auch die erste Sängerin der Band – Iris Romen – kennen. Sie verließ 2007 aus familiären Gründen die Band, ihr folgte die Wiener Sängerin Stephanie Zamagna. Nun steht Romen, die mittlerweile in Berlin lebt, beim Jubiläumskonzert wieder mit Señor Torpedo auf der der Bühne, nebst Zamagna und dem Eupener Sänger Mr. Lofi alias Klaus Niessen. „Damit stehen wir das allererste Mal mit allen drei Sängern aus unserer Bandgeschichte auf der Bühne“, freut sich Reinard.

Verschiedene Einflüsse haben den Sound der Band in den 15 Jahren geprägt. Und auch das Leben selbst. Andere Jobs, Familie, Kinder – die Bandaktivitäten mussten auch immer zu den privaten Lebensmodellen passen. „Wir funktionieren als Band so gut, weil wir alle befreundet sind. Und wir respektieren, wo jeder einzelne steht“, so Reinard.

Der 39-Jährige weiß, wovon er spricht. Er ist selbst zweifacher Familienvater, spielt in anderen Formationen und arbeitet als Dozent an einer Aachener Musikschule. Da kommt dem Aachener „Kreativteam“ Reinard (Percussion) – Palenberg (Bass/Programming) – Walczak (Keyboard/Programming) die moderne virtuelle Welt gerade recht. Demoversionen können in dieser leicht hin und hergeschickt werden, bevor alles live eingespielt wird. Denn trotz der digitalen Möglichkeiten möchten sie auf Live-Musik nicht verzichten. „Zum einen macht das unheimlich viel Spaß, zum anderen können wir über unsere Konzerte Menschen erreichen, die sich solche Musik sonst nicht zu Hause anhören würden. Dazu gehört einfach eine gute Live-Performance auf der Bühne“, ist Reinard überzeugt.

Eine Show für alle Sinne wird es auch am 18./19. März beim sogenannten „Weekender 3.0“ im Franz geben (siehe Infobox). 25 Tracks – darunter zwei nigelnagelneue – nehmen dann mit auf eine Zeitreise durch die Bandgeschichte. Der Videokünstler Visual Healing liefert zu den Sounds die passenden Bilder. Nach dem Konzert gibt’s ein partytaugliches Aftershowprogramm, unter anderem mit DJ Jorge aus Madrid, der bereits bei Señor Torpedos erstem Konzert aufgelegt hat. Natürlich bleibt Señor Torpedo auch bei der großen Geburtstagssause seinem Credo treu: „Wir möchten die Leute auf den Dancefloor ziehen und sie zum Tanzen bringen“, verrät Reinard lächelnd.

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