Aachen - JU will Linden nicht länger als Ehrenbürger

JU will Linden nicht länger als Ehrenbürger

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Harald Baal kann seinen Ärger nicht verbergen. Auch wenn er zunächst schweigt. Der Kreisvorstand der Jungen Union Aachen ist am Mittwoch mit einer Forderung nach vorne geprescht, mit der er auch die Mutterpartei überfahren hat.

Ex-Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden solle seine Ehrenbürgerschaft zurückgeben, er habe in seiner Doppelfunktion als OB und Aufsichtsratsvorsitzender von Alemannia Aachen während des Stadionneubaus „unwürdig und nicht zum Wohle der Stadt gehandelt”, erklärt JU-Kreisvorsitzender Markus Schmidt-Ott in einer Pressemitteilung.

Doch CDU-Fraktionsvorsitzender Harald Baal will in Sachen Ehrenbürgerschaft Linden nicht einmal den Hauch einer Diskussion aufkommen lassen: „Das ist ein Beschluss des Stadtrates. Punkt. Mehr gibt es nicht zu sagen.” Gibt es doch. Und zwar von Armin Laschet. Der CDU-Kreisvorsitzende erfährt von der AZ von der JU-Forderung - und wundert sich.

Noch tags zuvor hatte er beim Besuch von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg den JU-Vorsitzenden getroffen. Angesprochen hatte dieser das Thema nicht. Laschets Meinung wäre eindeutig gewesen: „Das ist absurder Quatsch. Kein Mensch kann so eine Forderung ernst nehmen. Jürgen Linden hat die Ehrenbürgerschaft nicht wegen seiner Verdienste um die Alemannia erhalten”, sagt er auf Anfrage. Der von der JU angesprochene Jürgen Linden wollte zu der Forderung der Jungen Union gegenüber der AZ keine Stellungnahme abgeben.

Die Junge Union Aachen führt in ihrer Pressemitteilung aus, Linden habe in einer „zweifelhaften” Doppelfunktion „unangemessen und realitätsfern” gehandelt. Die Folgen seien nicht abschätzbar. Wörtlich heißt es: „Um die Alemannia zu retten, ist die Stadt Aachen quasi eine Sportwette eingegangen. Der Einsatz: Steuergelder in Höhe von 5,5 Millionen Euro.”

Harald Baal will sich zu personellen Konsequenzen bei der Alemannia nicht äußern. Dafür aber zur Jungen Union Aachen. „Als ich in der Jungen Union war haben wir auch Quatsch ohne Absprache mit der Fraktion gemacht. Aber das?”, sagt er. Der Schuss gegen den Alemannia-Aufsichtsratsvorsitzenden wirkt wie ein Eigentor.

Und in der Tat bestätigt Schmidt-Ott, dass die Pressemitteilung nicht mit der Fraktion abgestimmt war. „Wir haben das nicht in der Partei kommuniziert. Das war unser eigenes Ding. Ich denke nicht, dass Herr Baal den Inhalt kennt. Wir haben nur mal mit ein paar Ratsleuten bei einem Bier über das Thema gesprochen”, erklärte der Vorsitzende. Vom „Inhalt” erfuhr auch Baal dann von der AZ.
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