Aachen - Joe Robinson ist erst 17 und als Gitarrist genial

Joe Robinson ist erst 17 und als Gitarrist genial

Von: Susanne Schramm
Letzte Aktualisierung:
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Hat schon als Schüler acht Stunden Gitarre täglich geübt: Joe Robinson, Australiens Supertalent, spielt am Samstag im „Franz”.

Aachen. Sein Gesicht ist noch rundlich, die Augen sind blau. Wenn sich sein Mund zu einem Lächeln verzieht - und das passiert häufig - sieht man strahlend weiße Zähne. Wüsste man es nicht besser, könnte man Joe Robinson für 14 oder 15 halten.

Tatsächlich ist er bereits 17. Aber auch das ist für einen Musiker, der als einer der weltbesten Nachwuchsgitarristen gilt, verdammt jung.

Im Sommer 2008 setzte er sich gegen 80 Mitbewerber durch und wurde in seinem Heimatland Gewinner der TV-Show „Australias Got Talent”, dem Gegenstück zu „Deutschland sucht das Supertalent”.

Seitdem ist nichts mehr wie es war. Sicher, Joe, der mit zehn Jahren begann, Gitarre zu spielen, nach zwölf Monaten seinen Lehrer überflügelte, um sich ab da den Rest selbst beizubringen, verdiente schon als 14-Jähriger sein Geld mit Auftritten.

Dass er mit 15 die Schule schmiss, war da fast logisch: „Ich war geradezu besessen von der Gitarre. Das sahen auch meine Eltern.”

Vorher übte er acht Stunden täglich, vier Stunden vor der Schule, vier danach. Dass er dafür morgens um Vier aus den Federn musste, nahm er gerne in Kauf. Joes ist ein Two-In-One-Gitarrist: mit seiner Fingerstyle-Technik spielt er gleichzeitig Bass, Rhythmus und Melodie. Er spielt schnell, raffiniert und teuflisch gut.

Das können Eigenkompositionen wie „Strutting It” sein, das ein Bisschen nach „Stray Cats” klingt, aber viel filigraner strukturiert ist, Interpretationen von Jazz-Klassikern wie „Misty” oder Songs von den Beatles wie „Lady Madonna”, die sich plötzlich völlig neu anhören.

„Ich komme aus einem kleinen 200-Leute-Kaff, mitten im Busch, bis zum nächsten Laden braucht man 30, 40 Minuten”, sagt er, „wenn das Leben auf einer Farm so einsam ist, kann man nichts anderes tun, als Gitarre zu spielen.”

Natürlich ist das pure Untertreibung. Tommy Emmanuel, Australiens Gitarren-Gott, hörte Joe, als der zwölf war und prophezeite: „Mit 21 wird er zweifelsohne Australiens bester Gitarrist sein.”

Inzwischen hat Australiens Supertalent in Nashville eine CD mit Eigenkompositionen aufgenommen und tourt, begleitet von Mama Cathy und seinem 15-Jährigen Bruder Toby durch Europa.

Am Samstag, 11. April, gastiert Joe Robinson um 20 Uhr im „Franz” an der Franzstraße. Im Gepäck ein Zwei-Stunden-Programm. Mit Stücken von seiner CD, mit Interpretationen von Hits und Standards und jener Kunstfertigkeit, die er selbst als „Jazz-Funk-Bluegrass-Gypsy-Fingerstyle” bezeichnet. Oder „wild stuff” (wilder Stoff), wie Dweezil, der Sohn von Frank Zappa, anerkennend dazu sagt.
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