„JobPerspektive” schafft Arbeitsplätze

Von: Anita Lozina
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Bilden ein funktionierendes Team: Claudia Küter, die bei Roger Engmann wieder eine Anstellung gefunden hat.

Aachen. Ein Trauerfall war es, der Claudia Küter aus der Bahn warf: Die selbstständige Künstlerin wurde arbeitslos. Über drei Jahre lang änderte sich daran nichts, die Chancen der 41-Jährigen auf dem Arbeitsmarkt standen denkbar schlecht.

Doch Küter ist handwerklich fit und kann schweißen, was nun dem Aachener Werbeunternehmen We&Me zu Gute kommt. Durch das Förderprogramm des Bundes „JobPerspektive” hat Geschäftsführer Roger Engmann die Langzeitarbeitslose im April eingestellt. Jetzt suchen die Kooperationspartner des Programms nach weiteren Unternehmen, denn für das Jahr 2009 stehen für Stadt und Kreis Aachen noch Fördergelder für etwa 200 Stellen zur Verfügung.

Küter ist jetzt schon glücklich mit ihrer neuen Anstellung. Sie schneidet Plakate zu, erledigt Servicearbeiten und wird beim nächsten Messestand ihre schweißerischen Fähigkeiten einsetzen. Auch Engmann ist zufrieden. Er benötigte einen Mitarbeiter mit handwerklichem Geschick, konnte sich aber eine weitere Arbeitskraft nicht leisten. Nun kann er für die Zukunft planen, und stellt fest: „Andere Programme sind eher kurzfristig ausgelegt. So kann ein Unternehmen aber nicht wachsen.”

Das Förderprogramm „JobPerspektive” ist so strukturiert, speziell Langzeitarbeitslosen mit besonderen Beeinträchtigungen zu helfen; denn Küter ist kein Einzelfall. An diesem Punkt setzt die „JobPerspektive” an: Mit Beschäftigungszuschüssen von bis zu 75 Prozent schafft das Programm neue Arbeitsplätze, die von den Betroffenen zunächst für zwei Jahre besetzt werden.

Dabei sind alle Branchen gefragt, besondere Kriterien gibt es nicht. „Wir haben schon Arbeitslose als Metallhelfer, Pflegehelfer oder auch Servicefahrer vermittelt”, sagt Thomas Fiala von der „Sprungbrett” GmbH. Oft bringen die Arbeitslosen keine Ausbildung mit, doch Fähigkeiten haben sie allemal. „Das kann zum Beispiel ein Hobby sein, das sie professionell ausführen, aber nie gelernt haben.” Für die Unternehmen sei das ganze Verfahren denkbar einfach. „Sie füllen lediglich ein Anmeldeformular aus”, fährt Fiala fort. „Die Bürokratie, die dahinter steckt, bekommt das Unternehmen gar nicht mit.”

Für die Arbeitslosen gelten dagegen klare Voraussetzungen, um in das Programm aufgenommen zu werden. Sie müssen Hartz IV beziehen und mindestens eine halbjährige Aktivierungsphase von der Bundesagentur durchlaufen haben, zum Beispiel durch Ein-Euro Jobs oder andere Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen.

In diesem Programm werden die Schwächen der Betroffenen plötzlich zum Vorteil. „Je mehr Hemmnisse auf eine Person zutreffen, desto höher ist der Lohnzuschuss”, erklärt Bernd Wirtz, stellvertretender Geschäftsführer der „Arge” Kreis Aachen. Die neuen Arbeitskräfte erhalten einen Arbeitsvertrag über zwei Jahre, der Lohn entspricht dem Tarifsatz.

Interessierte Unternehmen können sich jederzeit bei den Beratern des Förderprojektes melden. Für die Stadt Aachen stehen Nicole Kuhn (4327616) und Anja Nixdorf (4327633) vom Fachbereich Wirtschaftsförderung der Stadt Aachen zur Verfügung. Ansprechpartner für den Kreis Aachen ist die SPRUNGbrett GmbH, erreichbar unter 02407-572475.
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