Aachen - Jobcenter: Neue Anlaufstelle ist jetzt geöffnet

Jobcenter: Neue Anlaufstelle ist jetzt geöffnet

Von: Rolf Hohl
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Das neue Job Center ist eröffnet: Auf den rund 10 000 Quadratmetern werden künftig tausende Kunden aus der ganzen Städteregion betreut. Foto: Harald Krömer
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Haben bei der Talkrunde zur Eröffnung gesprochen(v.l.): Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Gabriele Hilgers (Arbeitsagentur), Moderator René Benden und Stefan Graaf (Jobcenter). Foto: Harald Krömer

Aachen. Nicht nur ein Neubau, sondern auch ein Zeichen für einen besseren Umgang mit Arbeitssuchenden soll es sein. Darin waren sich die meisten Anwesenden einig am Mittwoch bei der Eröffnung des neuen Jobcenters an der Gut-Dämme-Straße in Aachen.

Auf rund 10.000 Quadratmetern wurden die Arbeitsvermittlung, das Fallmanagement und die Leistungsabteilung zusammengezogen, die bislang in der Roermonder Straße und im Neuenhofer Weg zu finden waren. Ebenso zogen die Bereiche Geschäftsführung, Zentrale Dienste sowie das Team für Bildungs- und Teilhabeleistungen von der Aureliusstraße in das neue Gebäude.

„Das ist ein Symbol für einen respektablen Umgang mit Arbeitssuchenden – und da hat unser Land noch ein gutes Stück Luft nach oben“, sagte der Geschäftsführer des Jobcenters, Stefan Graaf. Insbesondere für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen forderte er mehr Mittel. „Wir sind am Ende einer Kette von Finanzzwängen, die vom Bund ausgehen auf die Länder und auf die Kommunen. Viele Maßnahmen können wir deswegen nicht fortführen oder gar nicht erst beginnen“, klagte er.

NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider pflichtete ihm in der Diskussionsrunde bei. Er wolle eine aktivere Arbeitsmarktpolitik, ohne ständig die schwarze Null im Hinterkopf zu haben. Insgesamt erkenne er in der Reform 2010 aber mehr Positives als Negatives. Das Prinzip „Fordern und Fördern“ habe sich bewährt, „auch wenn die Förderung in jüngster Zeit vernachlässigt wurde“, wie er eingestand. Schneider machte die Versorgung der über 300.000 Langzeitarbeitslosen in NRW – davon rund 10.000 in der Städteregion – als wichtigsten Schwerpunkt für die Zukunft aus. Er unterstützte die Forderung von Peter Brendel, Vorsitzender des Vereins Pro Arbeit, für diese Zielgruppe einen sogenannten „Zweiten Arbeitsmarkt“ zu schaffen. Darunter fallen alle Arbeitsplätze, die vom Staat finanziell subventioniert werden. „Etwa im Recyclingbereich hat man damit bereits gute Erfahrungen gemacht“, wie Brendel sagte. Das Motto müsse sein, Arbeit zu finanzieren und nicht die Arbeitslosigkeit, hieß es einhellig.

In diesem Ansinnen sieht der Geschäftsführer Grundsicherung der Regionaldirektion, Peter Jäger, auch Probleme auf die Angestellten des Jobcenters zukommen. „Ein solcher Arbeitsmarkt muss sehr durchlässig sein“, sagte er, da ansonsten die Arbeitssuchenden letztlich dem ersten oder zweiten Arbeitsmarkt zugeordnet werden müssten. Außerdem dürfe, wie Städteregionsrat Helmut Etschenberg betonte, von der Agentur kein Druck ausgeübt werden, nach einer gewissen Zeit im ersten Arbeitsmarkt zu landen. „Es gibt einfach Menschen, die das nicht können.“

Nicht nur die Arbeitslosen sollten entlastet werden, sondern auch die Angestellten des Jobcenters. „Die sich ständig ändernde Gesetzgebung zum Leistungsrecht ist eine große Belastung. Mittlerweile beschäftigt sich beinahe die Hälfte unserer Angestellten damit“, sagte Gabriele Hilger, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur.

Mit dem neuen Standort ist zumindest ein Schritt in Richtung Entlastung der etwa 360 Mitarbeiter in Aachen getan. Nach den zwölf Monaten Bauzeit und Kosten von rund 21 Millionen Euro wird die Agentur für Arbeit das Gebäude fortan als Mieterin nutzen. Das Jobcenter wird damit zur zentralen Anlaufstelle für tausende Kunden aus der Städteregion.

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