Jobcenter der Städteregion zieht positive Bilanz für 2014

Von: Kathrin Albrecht
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Aachen. Eine erfreuliche Nachricht stellte Stefan Graaf, Geschäftsführer des Jobcenters der Städteregion Aachen, an den Beginn seine Berichtes über die Geschäftsergebnisse des Jahres 2014: „Der wirtschaftliche Aufschwung ist auch in der Städteregion angekommen.“

Die Zahl der Beschäftigten sei von rund 171.000 im Jahr 2011 im vergangenen Jahr noch einmal auf rund 180.000 Beschäftigte gewachsen. Das sei für die Region im Schnitt der letzten zehn Jahre seit Einführung der Grundsicherung ein Rekordniveau.

Auch entwickle sich der Arbeitsmarkt von einem arbeitgeberfreundlichen zu einem arbeitnehmerfreundlichen Arbeitsmarkt. Die Euphorie werde durch die Tatsache gedämpft, dass nicht alle Arbeitssuchenden gleichermaßen von dieser Entwicklung profitieren. 2014 betreute das Jobcenter 27.943 Bedarfsgemeinschaften mit 53.513 Menschen. Mit Blick auf die Entwicklung der Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 16 und 65 Jahren hat die Städteregion trotz Rekordbeschäftigung einen leichten Anstieg bei den Menschen zu verzeichnen, die Leistungen des Jobcenters beziehen. Bei den ausländischen Leistungsberechtigten lasse sich ein Anstieg feststellen. Der größte Anteil entfalle auf Bürger aus den EU-Mitgliedsstaaten Polen und Bulgarien sowie aus Syrien.

Doch auch die Zahl der Aufstocker nehme zu. Für Arbeitnehmer werde es zunehmend schwieriger, ihren Lebensunterhalt durch ihren Arbeitslohn zu sichern, das gelte sowohl für Familien als auch für Einzelpersonen. Stockten 2012 noch rund 9250 Arbeitnehmer auf, waren es 2014 bereits 9652. Rund 60 Prozent davon arbeiteten im Mini-Job-Sektor. „Wir gewährleisten durch Hartz IV einen Kombilohn,“ stellte Graaf fest. Im Vergleich zu den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Lebenshaltungskosten, vor allem bei den Mietpreisen, sei das Lohnniveau nicht so stark mitgewachsen. Auch die Einführung des Mindestlohns habe noch keine nachhaltige Entlastung gebracht.

Besonders an den Kindern und Jugendlichen in der Region will das Jobcenter nah dran bleiben, denn die Zahl der Kinder, die mit Hartz IV leben, ist wieder leicht gestiegen. 14 378 lebten im Dezember 2014 in Bedarfsgemeinschaften. Gemessen am Gesamtanteil der Kinder in der Städteregion Aachen sind das 20,4 Prozent, das ist jedes fünfte Kind. 2,86 Millionen Euro investierte das Jobcenter in das Bildungs- und Teilhabepaket, das Unterstützung beispielsweise für Lernförderung, Mittagsverpflegung oder Klassenfahrten bietet. Vor allem der hohe bürokratische Aufwand mache sowohl Antragsstellern als auch Bearbeitern zu schaffen, merkte Graaf an: „Jede Kita, jede Schule hat ihren eigenen Abrechnungsschlüssel. Mehr antragsunabhängige Regelungen wären uns lieber.“ Vielfach, räumte Graaf ein, bestehe noch Unwissenheit über die Möglichkeiten der Förderung durch das Bildungs- und Teilhabepaket.

Gute Erfolge habe man bei der beruflichen Weiterqualifizierung und der Begleitung der Übergangsphase von Schule in den Beruf erzielt. Die größte Herausforderung bleibe aber die Eingliederung von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt. 2014 waren 10.268 Menschen in der Städteregion länger als ein Jahr arbeitslos. Graaf beklagte, die Politik habe es nicht geschafft, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Etwa die Hälfte der Langzeitarbeitslosen hätten aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen oder fehlender Schul- und Ausbildungsabschlüsse sehr geringe Chancen auf eine Beschäftigung im ersten Arbeitsmarkt. Nur eine Mehrfachstrategie mit Vermittlungsangeboten, beruflicher Qualifizierung und öffentlich geförderter Beschäftigung könne langfristige Verbesserungen erzielen.

Auch die sozialintegrativen Leistungen, wie Sucht-, Schuldnerberatung oder Kinderbetreuung will das Jobcenter deshalb besser begleiten. Das Modell der Schuldnerberatung, bei der das Jobcenter Gutscheine für eine Schuldnerberatung ausgibt, gelte landesweit als beispielhaft. 1,044 Millionen Euro hat das Jobcenter 2014 dafür ausgegeben.

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