Aachen - Joachim Neßeler ist der neue „Aachen-Sozial”-Preisträger

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Joachim Neßeler ist der neue „Aachen-Sozial”-Preisträger

Von: Manfred Kutsch
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Umjubelter Preisträger von „Aachen Sozial 2010” im Kreise seiner Gratulanten: Grünzig-Chef Joachim Neßeler (4. v. li.) gestern Abend beim Festakt der Familienunternehmer im Krönungssaal. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nachdenkliche Worte, engagierte Appelle und kreative Impulse, die unsere soziale Schere etwas schmaler machen sollen: Die vierte Preisvergabe „Aachen Sozial” der „Familienunternehmer - ASU” sowie der „Jungen Unternehmer - BJU” gestern Abend im Krönungssaal machte es deutlich.

Die Initiatoren rund um Aachens ASU-Vorsitzende Gabriele Mohné schufen mit ihrer Veranstaltung ein höchst gehaltvolles Forum für wichtige Botschaften. Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Marcel Philipp feierte die Festgesellschaft ihren diesjährigen Preisträger: Joachim Neßeler, persönlich haftender Gesellschafter der Grünzig KG, verheiratet mit Ehefrau Martina, Vater von vier Kindern.

Der OB, der in Nachfolge der charmant moderierenden Mohné das Mikro etwa einen halben Meter hochschrauben musste, erinnerte daran, „dass wir als Stadt jährlich 30 Millionen Euro” in Kinder- und Jugendarbeit investieren: „Aber wir dürfen uns nicht zu viel auf staatliche Hilfe verlassen. Es muss Menschen wie Joachim Neßeler geben, die nicht nach eigenen Vorteilen fragen, sondern den Wert der Gesellschaft erkennen.”

Lothar Friedrich, Mitglied der Findungskomission, spielte in seiner Laudatio sogleich auf die besondere Mitarbeiter-Philosophie Neßelers an: Der Preisträger sei nicht nur davon überzeugt, „dass langfristiger Erfolg nur mit engagierten und treuen Mitarbeitern zu erreichen” sei. Sondern: „Sie sollen auch Spaß an der Arbeit haben und dabei gutes Geld verdienen. Das ist etwas, was man bei Börsenunternehmen nur von der Konzernspitze her kennt.”

Sodann führte der Laudator Beispiele des sozialen Wirkens an, das Neßeler von sich aus selten transparent macht: „Für ihn ist unvorstellbar, dass es junge Menschen ohne Perspektive gibt.” Ob das Sozialwerk Aachener Christen, die Behindertenwerkstätten der Lebenshilfe, das Hilfsprojekt des gestorbenen Pfarrers Heinz Baumann rund um St. Elisabeth, das Das-Da-Theater oder die Initiative Aachen - Friedrich spannte den Bogen um Neßelers Wirkungsspektrum nicht einmal vollständig.

Der Geehrte selber nutzte die Gunst der Stunde „zu einem Spaziergang durch unser Gesellschaftssystem” und entwickelte einen ganzen Katalog seiner Vorstellungen: „Sozial sein bedeutet, Arbeitsplätze zu schaffen”, rief er dem Unternehmertum zu. Von der Politik forderte er entschlossenes Treten auf die Schuldenbremse: „Woher nimmt unser Bundesverkehrsminister die Freiheit, 1,5 Milliarden Euro für Schallschutzmaßnahmen an Autobahnen ausgeben zu wollen?”

Jenseits von „Populismus und Neidkomplexen” sieht Neßeler unser Land in durchaus hilfsbereiter Verfassung: „Noch nie wurde so viel Geld für Notfälle, Krisen und Katastrophen gespendet.” Doch unabhängig vom eigenen Helfen erkennt er „das soziale Verhalten in der systematischen Gestaltung einer sozialen Gesellschaft”. Der Preisträger wörtlich: „Eine Gesellschaft ist dann sozial, wenn sie so funktioniert, dass es ihren Mitgliedern gut geht.”

Mit eindringlichen Worten wartete auch die frisch gewählte Bundesvorsitzende Marie-Christine Ostermann auf - Chefin der Rullko-Großeinkauf GmbH (Hamm). Die 31-Jährige würdigte nicht nur Neßeler als „nachhaltig handelnde und Krisen entgegnende” Persönlichkeit, sondern machte das Leitbild der Familienunternehmer deutlich: „Es gibt keinen Widerspruch zwischen wirtschaftlichen Zielen und sozialer Verantwortung.”

Familie und Unternehmen würden in ihrer Verbindung „ein Ideal ergeben, für das sich einzutreten lohnt, weil das Gemeinwesen ohne die Leistung dieser hunderttausenden gut aufgestellten Familienunternehmen nicht überleben könnte”. Wenn der Staat „uns die Selbständigkeit durch immer mehr Regeln” blockiere, könne sie ihm nur zurufen: „Statt vieler müssen richtige Regeln gesetzt werden. Mehr Transparenz und Risikobeschränkung an den Finanzmärkten und weniger kurzfristiger Aktionismus.”

Viel Applaus. Für alle Redner.
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