Jetzt wird die Stadtbahn wieder aktiviert

Von: Albrecht Peltzer
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Aachen. Nach der Kommunalwahl 1999 wurde das rot-grüne Lieblingsprojekt von CDU und FDP mit großem Getöse beerdigt. Jetzt feiert die Stadtbahn aller Voraussicht nach eine bemerkenswerte Auferstehung.

Am Freitag beschloss die Lenkungsgruppe zur Entscheidungsfindung über eine „Campus-Bahn”, die Erweiterungsgebiete in Melaten nicht per Seilbahn erschließen zu lassen, sondern ganz auf die Schiene zu setzen. Und das bedeutet: die „große Lösung” soll her.

Aseag legt Konzepte vor

Wie die aussehen kann, wird nun Gegenstand weiterer Gespräche sein. Vor zehn Jahren ging es um Trassen von Brand nach Richterich und von Haaren bis zum Klinikum. Geschätzte Gesamtkosten damals: rund eine halbe Milliarde D-Mark.

Die neue Stadtbahn, für die es noch keinerlei Kostenschätzung gibt, soll künftig bis in den Campus hineingeführt werden. Die Aseag, so heißt es, will bereits in Kürze erste Konzepte zur Diskussion stellen.

Mehrere Verkehrsmodelle für die Erschließung des Campus wurden in den vergangenen Wochen diskutiert. Drei kristallisierten sich zum Schluss heraus. Eine Art Schwebebahn ähnlich der Bahn am Düsseldorfer Flughafen, eine Seilbahn sowie die traditionelle Schiene.

So faszinierend auch Seil- und Schwebebahnen als Modelle erschienen, gegen sie sprach letztlich vor allem, dass sie immer eine Insellösung darstellen würden. Die Verknüpfung mit dem herkömmlichen ÖPNV ist problematisch. Umsteigen von einem ins andere Verkehrssystem macht die Bahn an sich wieder unattraktiv.

Eine Fortführung von Seil- oder Schwebebahnen ins Stadtgebiet hinein - wie im Wahlkampf vom jetzigen Oberbürgermeister Marcel Philipp schon einmal als eine Idee propagiert, schied schnell als Alternative aus. Wie Planungsdezernentin Gisela Nacken am Freitag auf AZ-Anfrage betonte, seien solche Varianten als „nicht stadtverträglich” eingestuft worden.

Also soll Aachens Nahverkehr wieder auf die Schiene gesetzt werden. Die Chancen stehen ausgesprochen gut, dass das Vorhaben nicht wieder im politischen Klein-Klein untergeht. ÖPNV der Zukunft wird mittlerweile mehr oder weniger ideologiefrei diskutiert.

Im Januar wird das Projekt in den Fraktionen beraten, der Mobilitätsausschuss soll Ende Januar sein Votum abgeben, ob das Projekt entwickelt werden soll oder nicht. Dann wird es auch darum gehen, mit Land und Bund über Zuschüsse zu verhandeln.
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