Jetzt will Thönnissen auch in den Stadtrat einziehen

Von: Stefan Herrmann
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Drei Ämter: Parteivorsitzende Ulla Thönnissen will neben dem Sitz im Städteregionstag auch ein Ratsmandat in Aachen. Foto: Jaspers

Aachen. Am Ende konnte sich Ulla Thönnissen als Siegerin des Abends fühlen. Die Aachener CDU-Chefin ist in ihrem Amt bestätigt worden. Viel wichtiger sei für sie aber, dass ihr favorisiertes Vorstandsteam mit „durchweg guten Ergebnissen“ gewählt wurde, unterstrich sie am Dienstag. Nun blickt Thönnissen nach vorne. Und das bedeutet: Die 50-Jährige kandidiert im kommenden Jahr bei den Kommunalwahlen für den Stadtrat, wie sie auf AZ-Anfrage bestätigte.

Ihren Posten als Fraktionschefin der CDU im Städteregionstag möchte sie ebenfalls halten. Thönnissen, das wird nach dem Kreisparteitag deutlich, will sich nun noch deutlicher als die starke Frau ihrer Partei positionieren.

Dass sie mit 73 Prozent ein deutlich schlechteres Ergebnis als noch vor Jahresfrist eingefahren hat, schiebt Thönnissen auf die parteiinternen Verwerfungen in den vergangenen Monaten. „Natürlich hätte ich gerne mehr Zustimmung erhalten“, meint sie.

Trotzdem könne sie mit dem Resultat „gut leben“. Vor einem guten Jahr haben noch 93 Prozent der Delegierten der Kreisparteivorsitzenden ihr Vertrauen ausgesprochen.

Nun wollen die Christdemokraten wieder an einem Strang ziehen. Dafür, so Thönnissen, stehe die komplett neu zusammengestellte Riege mit den Stellvertretern Dr. Margrethe Schmeer, Holger Brantin und Michael Kirsch sowie dem frisch installierten Schatzmeister Dieter Claßen.

Auch Claßen wird am 25. Mai Mai 2014 für den Stadtrat kandidieren – und zwar im Wahlbezirk Aachen-West, in dem bisher Caroline Herff angetreten war. Seine Parteichefin Thönnissen wird im Bezirk Steinebrück um Stimmen werben, wo zuletzt Michael Janßen für die CDU in den Ring gestiegen war.

Dass die Verwerfungen in der CDU, die zur Abwahl Harald Baals vom Fraktionschef-Sessel und schließlich auch zum Scheitern der schwarz-grünen Koalition im Rat führten, spielte beim Kreisparteitag kaum noch eine Rolle. Trotzdem: Dass weiterhin eine gewisse Unzufriedenheit in der Partei herrscht, war auch am Montagabend zu merken.

Nicht zuletzt in Person von Rolf Einmahl. Dass der Konservative nach Absprache mit der Mittelstandsvereinigung der Aachener CDU kurzfristig doch noch als Gegenkandidat von Dieter Claßen antrat zeigt: Der von Thönnissen ausgerufene Kurs des Konsens‘ und der Versöhnung steht weiterhin auf recht wackligen Beinen.

Die Parteichefin vermutet, dass das Manöver des ehemaligen Fraktionschefs Einmahls „wahrscheinlich eine Spontanentscheidung“ gewesen sei. Mehr möchte sie zu dem Vorgang nicht mehr sagen. Aber auch Thönnissen gibt zu: Wäre die Versammlung nicht dem Kandidatenvorschlag des Vorstands gefolgt, „hätte es Probleme geben können“. Denn ein weiteres Jahr im ständigen Zwist hätte sich die Vorsitzende nach eigenen Worten nicht zumuten wollen.

Mund abputzen, den Blick nach vorne richten – so lautet das Motto der Stunde. In den kommenden Monaten möchte die CDU Sach- statt Personalthemen in den Vordergrund rücken: den Wirtschaftsstandort Aachen stärken, Arbeitsplätze, der Wohnplatzmangel, der Ausbau des Campus Melaten und die städtische Verkehrspolitik.

Für Thönnissen liegen die Themen, die den Aachenern unter den Nägeln brennen, auf der Hand. „Ich bin gerne bereit, auch in schweren Zeit, viel von meiner Zeit zu investieren und für unsere Sache zu kämpfen – aber nicht um jeden Preis“, schickt Thönnissen gleich eine Warnung an alle parteiinternen Kritiker. Die Parteichefin fühlt sich sichtlich gestärkt in ihrer Position.

Die Mehrheit der Mitglieder sei ihrem Weg gefolgt, habe ihrem Team das Vertrauen ausgesprochen. In ihren Bestrebungen, als Stadträtin ein weiteres Mandat zu übernehmen, sieht Thönnissen kein Problem. Im Gegenteil: „Ich halte es für sinnvoll, selber im Geschehen zu sein.“

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