Aachen - Jetzt ist es amtlich: Umweltzone wird am 1. Februar eingeführt

Jetzt ist es amtlich: Umweltzone wird am 1. Februar eingeführt

Von: stm
Letzte Aktualisierung:
umweltzone
Ab dem 1. Februar 2016 wird in Aachen eine grüne Umweltzone eingerichtet. Foto: dpa

Aachen. Überraschend kommt diese Nachricht nicht: Aachen muss zum 1. Februar 2016 die Umweltzone einführen. Innerhalb des Außenrings dürfen dann nur noch Fahrzeuge mit grüner Plakette fahren. Das hat die Bezirksregierung definitiv mitgeteilt.

Der neue Luftreinhalteplan für Aachen tritt bereits am 1. September in Kraft. Bei der Einführung der Umweltzone – zunächst für 1. Dezember vorgesehen – nahm man aber noch Rücksicht aufs Weihnachtsgeschäft.

Damit hat sich der letzte Funken Hoffnung zerschlagen, um diese Maßnahme herumzukommen. Am 12. August hatten Abgesandte der Stadt in Brüssel Vertretern der EU-Generaldirektion Umwelt und dem Bundesumweltministerium den „Aachener Weg“ erläutert, der vor allem auf mittel- und langfristige Maßnahmen setzt – darunter die Positionierung als Modellstadt für Elektromobilität und die umfassende Modernisierung der Busse.

Doch das reicht besagten Behörden nicht. Es müssten alle Maßnahmen ergriffen werden, die zur Senkung der Schadstoffwerte führen. Und kurzfristig wirke da insbesondere die Umweltzone. Dass die Stadt das anders sieht, spielte keine Rolle mehr. Schließlich hat die EU gegen die Bundesrepublik ein Vertragsverletzungsverfahren in Bezug auf die Luftreinhaltung eingeleitet. Das deswegen, weil in etlichen Regionen eben nicht alle Maßnahmen ergriffen worden seien. Das kann hohe Strafen nach sich ziehen.

Die Stadt hatte noch einmal ihre Argumente aufgefahren. So ist man in Aachen überzeugt, dass die Umweltzone nicht viel bringt. Denn hier sind insbesondere die Stickoxide das Problem und nicht der Feinstaub. Sie werden vor allem durch alte Dieselfahrzeuge in die Luft gepustet. Eine Umrüstung derselben mit Partikelfiltern, um an die grüne Plakette zu kommen, kann jedoch den Stickoxidausstoß sogar noch erhöhen.

Stadt zweifelt Berechnungen an

Bisher hatte Aachen mit dem eigenen Weg eine Sonderrolle eingenommen, was von Städten mit Umweltzone kritisch beäugt wurde. „Aus Sicht der Bezirksregierung zielt das Maßnahmenpaket der Stadt in die richtige Richtung“, heißt es seitens der Bezirksregierung. Aber Berechnungen des Landesumweltamts belegten, dass die Schadstoffbelastung in Aachen durch die Umweltzone kurzfristig gesenkt werden könne.

Diese Standardberechnungen zweifelt die Stadt an, da hier Aachener Besonderheiten nicht eingeflossen seien. OB Marcel Philipp sagt: „Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht. Aber ich schaue nach vorne und bin überzeugt, dass wir das logistisch bis zu diesem Zeitpunkt umgesetzt bekommen.“

Der Besuch in Brüssel war indes keineswegs für die Katz. EU, Bund und Land hätten Unterstützung bei der Umsetzung des anspruchsvollen Luftreinhalteplans zugesagt – vor allem in Sachen Elektromobilität. Was unter anderem bedeuten könnte, dass Aachen die eine oder andere Gelddusche aus Fördertöpfen bekommt, die bisher nicht angezapft werden konnten.

Leserkommentare

Leserkommentare (32)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert