Jetzt ist Aachen reif für die „Farbleiter”

Von: Sebastian Dreher
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1973 installiert, ein Jahr später abgebaut, nun wieder zurück: Die „Farbleiter” von Peter Lacroix ziehrt das Standesamt. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Nach 36 Jahren kehrt sie nun zurück: die Farbleiter des im März gestorbenen Aachener Künstlers Peter Lacroix. 1973 innerhalb eines Kunst-am-Bau-Projektes erstellt, wurde sie schon ein Jahr später wieder deinstalliert - aus politischen Gründen.

„Man müsse öffentliche Kunst am Durchschnittsempfinden des Durchschnittsbürgers messen”, wiederholt Dr. Adam C. Oellers, stellvertretender Leiter der Museen der Stadt Aachen, die damalige Argumentation, das Kunstwerk entfernen zu lassen. Man darf sich getrost die Frage stellen, wie ein Begriff wie „Durchschnitt” mit Kunst in Verbindung gebracht werden kann, geht es bei Kunst doch gerade um überdurchschnittliche, ja um außergewöhnliche Kreativität.

Die Aachener des neuen Jahrtausends sind anscheinend so weit gereift, dass sie das haushohe Kunstwerk ertragen können. Die zwei parallel angebrachten Metallkonstruktionen zeigen ein Wechselspiel von Rot und Grün. „Die zentralen Signalfarben sind typisch für Lacroix”, sagt Oellers. „Durch die abwechselnden Farbschichten werden die Augen des Betrachters in Bewegung gehalten und auf und ab geführt.” Geometrische Objekte mit vielen Flächen sowie klare Formen seien ein Markenzeichen des Konzeptkünstlers Lacroix.

Die gelungene Heimkehr der Farbleiter geht in erster Linie auf das Konto von Maria-Helena von der Milwe, die zusammen mit ihren Mitstreitern Professor Karl-Heinz Hausmann, Peter Strauss und Arno Keller seit vier Jahren bei der Stadt Anträge stellt, das Werk an seinen ursprünglichen Standort zurück zu bringen. „Peter sagte mir einmal: Tu was!”, erinnert sich von der Milwe. „Er meinte damit die Farbleiter.” Die von ihr gegründete Bürgerinitiative hat durch private Spender eine Summe von 8800 Euro aufgebracht. Die für die Neukonstruktion der Farbleiter fehlenden 1200 Euro wurden von der Bezirksvertretung Mitte finanziert.

Auch wenn Peter Lacroix der Heimkehr seines Objektes nicht mehr beiwohnen kann, ist es schön zu wissen, dass er noch vor seinem Tod von der geplanten Installation erfahren hat.
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