Aachen - „Jeld stenkt net“: Turbulente Öcher-Platt-Komödie

„Jeld stenkt net“: Turbulente Öcher-Platt-Komödie

Von: Jutta Katsaitis-Schmitz
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Turbulenter Bühnenspaß: Mit kuriosen Irrungen und Wirrungen verzückte das Aachener Heimattheater bei der Premiere der Komödie „Jeld stenkt net“ das Publikum im Eurogress. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. 120 Minuten voller turbulenter Ereignisse und kurioser Verwirrungen ließen den Alltag vergessen. So geschehen bei der Premierenaufführung der Komödie: „Jeld stenkt net“, mit der das Aachener Heimattheater „Bühnenfreunde 1947“ in die neue Spielzeit startete. Auslöser aller Ereignisse in dieser Posse ist Dures Vonderstein (Rolf Bresser), der nach seinem Jobverlust eigentlich von Sozialhilfe leben müsste, wäre er denn nicht ein so erfinderischer Lügner und Betrüger, der auch „über Leichen geht“.

Die aber sind erst gar nicht gestorben, da es sie auch nie gegeben hat. Dennoch kassiert Dures beim Sozialamt diverse finanzielle Hilfeleistungen für sie, seine vermeintlichen Untermieter. Das reicht von Arbeitslosengeld bis hin zu Invalidenzuschuss und Unterstützung für Zahnersatz.

Ist der Inhalt schon spektakulär, so garantiert die Spielschar Spaß pur durch eine leidenschaftliche Identifizierung mit ihren Rollen und durch das Verschmelzen der regional leicht unterschiedlichen Mundarten zu einem anheimelnden Öcher Platt. Doch der Krug geht zum Brunnen, bis dass er bricht, heißt es im Volksmund. Was aber bis dahin erst noch geschieht, lässt sich allerdings auch nur schwer beschreiben, wurde aber zu einem köstlichen Amüsement für die von Spannung gepackten Zuschauer im Brüsselsaal des Eurogress.

Denn allein steht Dures diese Situation nicht lange durch, und so muss er zunächst einmal seinen tatsächlichen und einzigen, auf Freiersfüßen stehenden Untermieter Beätes Stengel (Ralf Leesmeister) in seine Betrügereien mit einweihen. Der sträubt sich erst, bis dass sich letztlich beide sogar noch mit ihren abenteuerlichen Lügen gegenseitig hochschaukeln. Das tritt in dem Moment ein, in dem Amtmann Klüttgens (in einer Hauptrolle Debütant Uli Havermann), als Außenkontrolleur des Sozialamts die Bühne betritt.

In der bewährten Regie von Bernd Dreyer übertraf sich die Spielschar erneut, galt es doch Irrungen und Wirrungen in Szene zu setzen, da aus Dures Vonderstein nun ein Beätes Stengel wird, aus Stengel aber nicht nur ein Allewiss Vonderstein (Jörg Dreyer), sondern auch noch eine vermeintliche Dame. Dem nicht genug, denn da mischen ja auch noch Dures’ bessere Hälfte Liss Vonderstein (Marita Toussaint) mit sowie die amtliche Betreuungshilfe mit überzeugender Gebärdensprache Hortense Töndel (Judith Knisch), die verzweifelte Braut Bäbbche Schmitz (Kathrin Schnitker), die energische Leiterin des Sozialamts Ludmilla Brust (Heike Mickisch), Frau Dr. Clermont (Gerlinde Geurten) in der Rolle einer Eheberaterin und Herr Pönsgens (Debutant Paul Driessen), der als Leichenbestatter auf einen „Kunden“ hofft. Ein perfektes Verwirrspiel eben, das immer wieder mit Heiterkeitsausbrüchen und anhaltendem Beifall belohnt wurde.

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