Jede Runde zählt: OT-Kinder laufen für Flüchtlinge

Von: Marie Eckert
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Stolze 215,61 Euro erlaufen: Anette Abt, Michael Sarasa, Maria Kretschmar, Pfarrer Uwe Loeper und Ulrike Oppermann (v.l.) präsentieren mit Janine, Chantal und Alina das stolze Ergebnis des Ferienspiel-Laufes zugunsten von Flüchtlingen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Der Discoraum in der Offenen Tür Gut Kullen ist mit Luftschlangen, bunten Fahnen, Girlanden und Luftballons dekoriert – passend zum feierlichen Anlass: einer Spendenübergabe. Im Rahmen der Ferienspiele in der OT sind die Kinder jüngst nämlich für den guten Zweck gerannt.

Hinter dem Uniklinikum sind ungefähr 30 Jungen und Mädchen insgesamt 534 Runden à 220 Meter gelaufen, also insgesamt fast 120 Kilometer – dabei trugen sie sozusagen zeitgleich eine Summe von rund 215 Euro an Spenden zusammen. Jetzt spendeten die Kinder den Erös ihrer Aktion an die Flüchtlingshilfe der evangelischen Kirchengemeinde in Aachen-Brand.

Die Flüchtlingshilfe hat sich mit Ehrenamtlichen aus den Kirchengemeinden in Brand, mit Flüchtlingsfamilien und Flüchtlingen aus dem Kinderheim in Brand an einer großen Weltkarte zusammengesetzt, jeder hat einen Sticker auf das Land geklebt, wo er herkommt. „Das hat uns einen Überblick verschafft, wer alles helfen möchte“, erläuterte Ulrike Oppermann von der Flüchtlingshilfe Brand. „Es gibt viele Leute, die etwas machen wollen, aber das muss auch koordiniert werden.“

Das gesammelte Geld wird nun für Ausflüge mit den Kindern im Heim in Brand genutzt, Eis essen, Kino oder eine Wanderung mit anschließendem Zelten etwa. „Wir haben bei uns viele Flüchtlinge, der jüngste ist ein zehnjähriger Junge aus Afghanistan“, sagte Marion Kretzschmar, Bereichsleiterin der stationären Gruppen im Kinderheim Brand. Viele Eltern schickten ihre Kinder aus Krisengebieten nach Deutschland, in der Hoffnung, dass sie dort ein besseres Leben haben. „Es ist wichtig, dass diese Kinder und Jugendlichen merken, sie sind nicht allein.“

Den Spendenscheck haben zwei der Kinder im Discoraum höchstpersönlich übergeben, Joel meinte dabei: „Wir können ja nächstes Jahr noch einmal laufen.“ Danach war Zeit für Fragen: „Aus welchen Ländern kommen die meisten Flüchtlinge?“, „Warum dürfen nicht alle einfach hierbleiben?“ oder „Wie kommen die Flüchtlinge eigentlich hierher?“ Oppermann, Kretzschmar und Pfarrer Uwe Loeper mühten sich redlich, alle Fragen zu beantworten. Und Loeper betonte: „Es ist wichtig, Menschen, die euch fremd sind, Zeit und Interesse zu schenken. Fragt, wo sie herkommen, was ihre Geschichte ist.“

Andere Kulturen kennenlernen

Die Freude und der Stolz der Kinder waren spürbar – vor allem darüber, dass sie anderen Kindern einen schönen Ausflug ermöglichen können. „Es ist schön zu sehen, dass die Jungs und Mädchen sich für andere einsetzen“, freute sich Annette Abt, Erzieherin und Verantwortliche für die Ferienspiele in der OT Gut Kullen. Der Spendenlauf war Teil der dreiwöchigen Ferienspiele, die das Motto „Auf den Spuren der Kulturen“ tragen. „Die Kinder beschäftigen sich in den drei Wochen mit verschiedenen Kulturen, zum Beispiel mit West- und Osteuropa und Asien“, erklärte Abt.

In den restlichen drei Wochen findet der normale offene Betrieb in der Einrichtung statt. Jeden Tag werden landestypische Gerichte gekocht und gegessen. Auch die unterschiedlichen Religionen waren ein Thema, denn Abt ist überzeugt: „Wenn man andere Kulturen versteht, versteht man auch die Menschen.“

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