„Jede Menge gute Erinnerungen“: Restaurant Pallas schließt

Von: Alexander Barth
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Eine Ära geht zu Ende: Charikleia und Alexandros Georgiadou öffnen heute zum letzten Mal ihr Restaurant "Pallas" in der Pontstraße. Foto: Alexander Barth

Aachen. Eines der letzten Zeugnisse der einstmals lebendigen griechischen Gastronomieszene Aachens ist ab Sonntag Geschichte. Am Samstag öffnet zum letzten Mal das Restaurant „Pallas“ in der Pontstraße. Mit sehr gemischten Gefühlen steht Charikleia Georgiadou am Tag zuvor hinter der Theke. Gemeinsam mit ihrem Bruder Alexandros hat sie das Restaurant geführt, nachdem ihr Vater schwer erkrankt war.

Im August 2012 ist Pallas-Gründer Anestis Georgiadou gestorben. „Es tut weh, das Lebenswerk meines Vaters jetzt aufzugeben“, sagt Charikleia Georgiadou, die von allen nur Claire genannt wird. Andererseits sei es einfach an der Zeit, eine neue Tür aufstoßen. „Ein Ende ist ein Anfang“, sagt sie lächelnd, ihre Stimme hat einen traurigen Unterton. Der Verlust des Vaters habe den Entschluss vorangetrieben, das Restaurant zu schließen und gleichzeitig das Haus zu verkaufen. „Wir haben uns kurzfristig entschlossen. Das Angebot war gut“, so lautet der nüchterne Teil des letzten Kapitels der Pallas-Geschichte.

Was bleibt nach dem Ende des Restaurants, in dem man praktisch aufgewachsen ist, fragt sich auch Claire. „Wir nehmen jede Menge gute Erinnerungen mit, an viele tolle Tage mit Mitarbeitern und Gästen. Das ist wichtiger, als sich an Dinge zu klammern, die hier stehen und hängen.“

Von diesen Dingen gibt es etliche. Auch solche, die selbst der Kundschaft ans Herz gewachsen sind. Am Freitagmittag schaut ein Mann vorbei, der laut eigener Aussage „länger nicht hier war. Aber als ich von der Schließung hörte, musste ich noch einmal wiederkommen.“ Mit seinem Handy knipst Michael Preising ein gerahmtes Bild, das seit „gefühlter Ewigkeit“ über der Theke hängt und ein junges Mädchen zeigt. „Ich verbinde den Laden mit diesem Bild. Das kann man nicht erklären“, sagt Preising und macht sich dann zum letzten Mal an eine frische Portion hausgemachtes Gyros.

Griechische und ein paar internationale Spezialitäten zu Studentenpreisen: Dafür stand das „Pallas“ Zeit seiner Existenz. „Viele Stammkunden haben uns die Treue gehalten, auch nachdem sie längst mit dem Studium fertig waren“, erklärt Alexandros Georgiadou.

1977 hatte sich Anestis Georgiadou an der Pontstraße gastronomisch niedergelassen, nachdem er zuvor das legendäre „Dinosaurus“ an der Roermonder Straße mit aufgebaut hatte. Eine andere Zeit, in der die Lokale der Aachener Griechen für rauschende Feste bekannt waren.

„Die Aachener Griechen sind bis heute wie eine Familie, auch wenn sich vieles geändert hat. Das ‚Pallas‘ war für sie immer ein Anlaufpunkt, ob als Mitarbeiter oder Gäste“, sagt Claire Georgiadou, während ihr Bruder an die Zukunft denkt: „Ich hoffe, dass unser Personal anderswo eine ähnlich warmherzige Arbeitsatmosphäre vorfindet.“

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