Jazzbühne: „Ich sag‘s mal mit Musik“

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Grenzlandtheater Aachen, "JazzBühne", Elisengalerie, für AZ-A1

Aachen. „Oh, süß!“ Nicolai Schwab war eindeutig der Liebling der Frauen, die am Sonntagvormittag zur ersten Jazzbühne des neuen Jahres ins Grenzlandtheater gekommen waren. „Ich sag’s mal mit Musik“ hatte Bandleader Heribert Leuchter als Arbeitstitel ausgegeben und vier Ensemble-Mitglieder der aktuellen Musical-Inszenierung „Love-Story“ freie Hand bei der Stückauswahl gegeben.

Mit einem Rehblick, der wirklich alles verzeihen lässt, eroberte Schwab gleich mit seinem ersten Solo von „Ich bin nur gut, wenn keiner guckt“ von Max Raabe die Herzen nicht nur der weiblichen Besucher. Aber auch Sophie Blümel, Luciano Mercoli und der „Kronenberger Jong“ Gido Schimanski begeisterten die Zuschauer.

Große amerikanische Klassiker wie „Fly me to the Moon“, „Everybody loves somebody“ oder „Java Jive“ hatten sich die vier Darsteller herausgesucht, aber eben auch unbekanntere Songs wie „Wunderschönes Grau“ von Stefan Gwildis, mit dem der gebürtige Hamburger eigentlich das Schmuddelwetter seiner norddeutschen Heimatstadt lobhudelnd besingt.

Qualität schwankt

Mercoli spielt zwar das erste Mal am Grenzlandtheater, hat aber Aachens Potenzial für Grau in Grau offensichtlich bereits erkannt und mit tiefer Reibeisenstimme damit auch seiner temporären Heimatstadt ein Kompliment gemacht. Dass die eine Sängerin und die drei Sänger vielleicht noch ganz andere Ziele haben, ließen sie mit „On Broadway“ als Zugabe erahnen.

Die Qualität der Auftritte war allerdings sehr unterschiedlich. Auf „swing.it“ mit Heribert Leuchter (Saxophon), Steffen Thormälen (Schlagzeug), Werner Lauscher (Bass) und Gero Koerner (Klavier) war wie gewohnt Verlass: professionell, perfekt aufeinander abgestimmt, extrem lässig. Auch eine Improvisation auf das Sternzeichen Widder – spontan eingefordert von Theaterleiter und Moderator Uwe Brandt – brachte die Vier nicht aus der Ruhe. Schwab konnte nicht nur süß gucken, er brachte seine schöne Stimme mit den von ihm gewählten Liedern auch perfekt zur Geltung.

Dieses Händchen bewies Gido Schimanski leider nicht durchgehend. Besonders seine Hommage an den verstorbenen George Michael mit „Careless Whisper“ ging leider daneben. Sophie Blümel überzeugte in den tiefen und mittleren Lagen, bekam in den Höhen aber einen quäkigen Touch. Mercoli hatte zum Ende Probleme in der Höhe, was aber möglicherweise mit gesundheitlichen Problemen zusammenhängen könnte. Die Tiefen blieben rauchig schön.

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