„Jansnahdran“, aber meist vorbei am Mandat für Aachen

Von: Matthias Hinrichs
Letzte Aktualisierung:
14593847.jpg
Emotionale Achterbahn bei der SPD: Karl Schultheis und Daniela Jansen kamen erst spät ins Rathaus. Foto: Michael Jaspers
14593852.jpg
Keine Chance für die Grünen: Entgeisterte Mienen bei Karin Schmitt-Promny (links) und Jonas Paul. Foto: Michael Jaspers
14593853.jpg
Ernüchterung nach dem Jubel: Ulla Thönnissen mit MdB Rudolf Henke. Foto: Krömer

Aachen. „Jansnahdran“ – für Daniela Jansen geriet der Slogan gänzlich unplanmäßig zur bitteren Realität. Nach zähem Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem designierten Ministerpräsidenten Armin Laschet zog die 39-jährige Sozialdemokratin knapp den Kürzeren.

Montagvormittag war die Noch-Abgeordnete gleichwohl bereits wieder im Düsseldorfer Büro erreichbar. „Die Arbeit geht ja weiter, bevor sich der Landtag zum 1. Juni neu konstituiert“, sagte sie. Natürlich stehe aber zunächst die Analyse des Wählervotums im Blickfeld. Am „Tag danach“ stand ein Treffen der Mittelrhein-SPD im Terminkalender, abends Krisensitzung im nunmehr kopflosen Landesvorstand. Sichtlich bewegt hatte die Kandidatin noch beim kurzen Auftritt am späten Sonntagabend im Rathaus verkündet: „Ich komme wieder!“ Wie es für sie nun beruflich weitergehe, bleibe vorerst allerdings unklar, erklärte die gelernte Politikwissenschaftlerin. „Einen Plan B gibt es derzeit nicht.“

Karl Schultheis, der sich erneut gegen CDU-Konkurrentin Ulla Thönnissen durchgesetzt hat, nimmt derweil die inzwischen sechste Legislaturperiode ins Visier – diesmal wohl von der Oppositionsbank aus. „Natürlich werden wir die Konsequenzen aus der Niederlage im hiesigen Parteivorstand im Detail besprechen“, sagte der Aachener SPD-Vorsitzende Montagfrüh. „Die Aachener SPD wird sich nach meiner Einschätzung klar gegen eine große Koalition aussprechen.“ Was seinem weiteren Engagement keinen Abbruch tue. „Ich gehe davon aus, dass ich meine Arbeit im Petitionsausschuss, im Wissenschafts- und im Kulturausschuss fortsetzen kann.“

Auch CDU-Konkurrentin Thönnissen wird ihren Schreibtisch am Rhein Ende Mai unterdessen räumen müssen. Ihren allzu frühen Triumph am Sonntagabend im Rathaus – während noch kein einziger Stimmbezirk zwischen Walheim und Richterich ausgezählt war – erklärte sie am Montag vor allem so: „Meine Freude galt zunächst mal der Tatsache, dass die CDU mit Armin Laschet einen Ministerpräsidenten aus Aachen stellt.“ Allerdings habe sie die wichtigsten Arbeitsutensilien in Düsseldorf bereits vor einiger Zeit vorsichtshalber eingepackt. Schließlich werde sie ihr Engagement als Parteivorsitzende und CDU-Fraktionschefin im Städteregionstag umso entschlossener fortsetzen. „Wie es beruflich weitergeht, ist noch nicht spruchreif“, sagte die 54-jährige Diplom-Pädagogin und Ex-Unternehmerin. Die von ihr gegründete „Gesellschaft für E-Health und Services“ hat Thönnissen Ende vergangenen Jahres veräußert.

Die Grüne Karin Schmitt-Promny wird ihr Landtagsmandat indes in Kürze wieder mit einer Stelle als Fachreferentin für Kindertagesstätten beim Paritätischen Wohlfahrtsverband tauschen, erklärte sie am Montag. Vor allem beim Thema Bildung hätten die Grünen die Wähler sichtlich nicht überzeugen können, so ihre vorläufige Wahlanalyse. „Ein Knackpunkt war ganz sicher die Auseinandersetzung um den inklusiven Unterricht“, meinte sie. „Die Grünen werden darüber nachdenken müssen, ob diese Entwicklung einfach zu schnell in Gang gebracht worden ist.“ Ihre politische Arbeit werde sie fraglos fortsetzen – unter anderem als Vizevorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland und Fraktionsmitglied im Städteregionstag.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert