„Italia Uno“ nach fast 31 Jahren geschlossen

Von: Robert Esser
Letzte Aktualisierung:
5072324.jpg
Abserviert: Das Traditionslokal „Italia Uno“ an der Heinrichsallee ist geschlossen. Der Pächter zieht nach Sachsen-Anhalt. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Am Flügel fingerte Eros Ramazzotti, Mario Adorf gabelte getrüffelte Pasta, und Wladimir Klitschko genoss sogar Grappa. Bei „Dino“ dinierten die Promis. Über fast 31 Jahre hat Gastronom Dino Miscera in seinem Restaurant „Italia Uno“ an der Heinrichsallee 13 italienische Gaumenfreuden für Stars, Sternchen und Gourmets serviert. Jetzt ist Schluss – endgültig.

„Ich fange nun ein neues Leben an“, sagt Miscero, den seine Stammgäste nur „Dino“ nannten. Der 53-Jährige kehrt nicht nur seinem noblen Restaurant, sondern auch Aachen den Rücken.

Schon in dieser Woche steigt er in ein Lokal im 10 000-Einwohner-Städtchen Sandersdorf-Brehna bei Bitterfeld ein, rund 40 Kilometer vor Leipzig. Den Namen „Italia Uno“ nimmt er mit nach Sachsen-Anhalt. Einen Nachfolger für das Aachener Traditionslokal hat er nicht gefunden. „Das liegt natürlich auch an den Gründen meines Rückzugs“, erklärt Miscera. „Die Heinrichsallee hat über die Jahre viel von ihrem Charme verloren – nicht erst seit der Hängepartie mit der Kaiserplatz-Galerie und der Drogenszene am Kaiserplatz“, sagt der Chefkoch. Und dass der Straßenstrich zeitweise bis vor die Tür seines Szenelokals zog, sei mehr als unappetitlich gewesen. „Um es ganz klar zu sagen: Es fanden immer weniger Gäste zu mir. Viele haben in den vergangenen Jahren einen Bogen um die Schmuddelecke Kaiserplatz gemacht“, erläutert Miscera. „Da kann die Küche noch so exzellent sein. Wenn die Umgebung abstoßend ist, klappt‘s nicht.“ Schon 2003 drohte mit der Insolvenz das Aus.

Spuren hinterlässt Dino trotzdem in der Kaiserstadt. 15 Köche hat er im Laufe der Jahre ausgebildet; viele führen mittlerweile in anderen Etablissements eigene Küchen. Was dem Patron noch mehr schmeckt: Seine Lebenspartnerin erwartet ein Baby. „So wird es wirklich eine ganz neue Ära im Osten“, freut er sich. In seinem Sandersdorfer Restaurant will der 53-Jährige natürlich wiederum italienische Gerichte kredenzen. „Es gibt allerdings weniger Trüffel, dafür mehr Pizza“, sagt Miscero. Eine Rückkehr nach Aachen schließt er erstmal aus.

Mit dem „Italia Uno“ verliert die Stadt nach dem „Da Franco“, Templergraben, innerhalb kurzer Zeit einen weiteren namhaften Italiener. Für das benachbarte „Gallo Nero“ an der Ecke Kaiserplatz/Wilhelmstraße ist ebenso kein Pächter in Sicht – und italienische Promis à la Ramazzotti sowieso nicht. Davon kann Dino ein Lied singen.

Leserkommentare

Leserkommentare (8)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert