Aachen - Ist der frisch renovierte Ratsaal bald zu klein?

Ist der frisch renovierte Ratsaal bald zu klein?

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Frisch renoviert - und schon veraltet? 64 Politiker sollen im neuen Ratssaal Platz finden. Wählen die Aachener am 30. August aber so wie bei der Europawahl, müssten ein paar Stühle hinzukommen. Foto: Jaspers

Aachen. Gerade renoviert und schon veraltet? 400.000 Euro sind in frischen Glanz und neue Möbel gesteckt worden, auf dass der Stadtrat in angemessenem Ambiente über Wohl und Wehe dieser Stadt entscheidet. 64 Ratsmitglieder sollen es in der kommenden Ratsperiode sein.

Weil Aachen - nicht laut hiesigem Einwohnermeldeamt, aber nach der Datenerhebung des Statistischen Landesamtes Düsseldorf - dauerhaft mehr als 250.000 Einwohner hat, ist eine Aufstockung der Mandatsträger von 58 auf 64 vonnöten. Doch überträgt man das Ergebnis der Europawahl auf den Rat, könnte das alles schon wieder Makulatur sein. Dann würde es extrem eng im altehrwürdigen Sitzungssaal.

26 „Direktmandate” für die CDU

Die Parteistrategen, sie haben in den vergangenen Tagen gerechnet, analysiert, gewichtet. Und in Reihen der CDU rieb man sich dann doch verwundert die Augen. In 26 von 32 Wahlbezirken hatten die CDU-Kandidaten die Nase vorn. Was der CDU bei der Kommunalwahl 26 Direktmandate eingebracht hätte. Laut Stimmenproporz - die Christdemokraten erzielten am vergangenen Sonntag 34,1 Prozent - hätten ihnen aber nur 22 Sitze zugestanden. Und nun? Wäre im wahren Wortsinn guter Rat teuer.

Denn die vier Mandate könnte man der CDU nicht wegnehmen. Direkt gewählt ist direkt gewählt, lautet die Rechnung. Wäre dann das Glück der CDU noch hold, könnte es sogar noch ein Mandat mehr sein. Denn im neuen Wahlbezirk Kullen haben exakt je 422 Bürger der CDU und der SPD ihre Stimmen gegeben. Wäre die Europa- die Kommunalwahl gewesen, hätte das Los entscheiden müssen - in diesem Fall zwischen den Direktkandidaten Norbert Plum (SPD) und Sebastian Exner (CDU).

Einmal so in Recheneuphorie, hat man sich bei der CDU noch weiter in die Details der Europawahlergebnisse gestürzt. Zum Beispiel in diese: Im Kommunalwahlbezirk Marschiertor fehlten acht Stimmen, im Panneschopp 20, um das „Direktmandat” den Genossen abzunehmen, in St. Jakob lagen die Grünen nur zwölf Stimmen vor den Christdemokraten. Wen wunderts, dass der ein oder andere Christdemokrat ins Schwärmen geriet.

Würde man bei der Kommunalwahl einen solchen roten Vorsprung aufholen, gäbe es drei weitere Direktmandate! Ein Traumergebnis aus schwarzer Sicht: 30 Direktmandate! Nein, werden die Gegner einer solchen Arithmetik natürlich ausrufen: Die Europawahl ist in keiner Weise auf den kommunalen Urnengang zu übertragen.

Man wird dem nicht widersprechen. Gleichwohl hat diese besondere Konstellation bei der Europawahl auch im städtischen Wahlamt die Köpfe rauchen lassen. Was wäre wenn? Würde also eine Partei mehr Direktmandate erzielen, als ihr nach dem prozentualen Stimmenanteil an Ratssitzen zusteht, dann müsste das Wahlergebnis nach Aussage von Michael Riese vom Wahlamt „neu berechnet werden”.

Will heißen: Um die vom Wähler gewollten Mehrheitsverhältnisse im neuen Rat wieder herzustellen, müssten die übrigen Parteien nach ihrem prozentualen Anteil ebenfalls zusätzliche Mandate bekommen. Und dann: Wird´s eben eng im frisch renovierten Ratssaal. Wenn denn bei der Kommunalwahl im August so gewählt würde, wie am vergangen Sonntag bei der Europawahl, ja wenn...
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