Israels Geburtstag nicht im Stillen feiern

Von: Peter Schopp
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Aachen. Die „Deutsch-Israelische Gesellschaft Aachen“ hat am Dienstag mit einem kleinen Fest am Elisenbrunnen an den Gründungstag des Staates Israel vor 67 Jahren gedacht.

In diesem Jahr fällt der Geburtstag zusammen mit den Feiern zum 50-jährigen Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland.

„Die Zusammenarbeit mit unseren israelischen Freunden, mit der Verwaltung und anderen Organen ist ungetrübt“, erläuterte Axel Holst, Vorsitzender der Gesellschaft am Dienstag. Wenngleich man allerorten mit viel Skepsis auf die Bewegungen und Ereignisse in Deutschland schaue. „Aber Pegida und sonstige ausländerfeindliche Stimmen können ein jahrzehntelang funktionierendes Gebilde nicht so schnell zum Einsturz bringen“, unterstrich er sichtlich zufrieden den momentanen Stand der Beziehungen.

Die Bedeutung des Vereins wurde auch durch die Gästeliste bestätigt. Bürgermeisterin Dr. Margrethe Schmeer und der stellvertretende Städteregionsrat Hans-Josef Hilsenbeck waren erschienen, und der zweite Vorsitzende des Vereins, Jörg Lindemann, verlas ein Grußwort des israelischen Botschafters in Berlin, Yakov Hadas-Handelsman. Alle Redner machten deutlich, dass die Vergangenheit wesentlicher Bestandteil der Gegenwart sein und auch bleiben müsse. „Ohne die Erinnerung an die Vergangenheit kann es keine Zukunft im israelisch–deutschen Verhältnis geben“, war der allgemeine Tenor.

Es sei schon erstaunlich, so Bürgermeisterin Schmeer, dass so kurz nach dem Holocaust bereits wieder diplomatische Beziehungen aufgenommen werden konnten. „Der Handschlag zwischen dem damaligen Ministerpräsidenten Israels, David Ben Gurion, und Bundeskanzler Konrad Adenauer war der Beginn einer außergewöhnlichen Geschichte“, betonte sie. Doch die politischen Vorgaben seien nur umsetzbar, wenn auf zwischenmenschlicher Ebene alltäglich am Zusammenleben gearbeitet werde, lobte sie die vorbildhafte Funktion der „Deutsch-Israelische Gesellschaft Aachen“.

„Ohne die Menschen in diesen Organisationen wäre die Bewältigung der abscheulichen Taten der Deutschen im Zweiten Weltkrieg nicht zu schaffen gewesen.“ Und genau aus diesem Grund feiere man heute nicht im Stillen, sondern im Herzen von Aachen. Aachen habe sich von jeher gegen Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus und Ausgrenzungen jedweder Art positioniert: „Deshalb sind wir heute hier!“

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