Aachen - Intime Fotos im Netz: Vorsicht bei „Sexting“!

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Intime Fotos im Netz: Vorsicht bei „Sexting“!

Von: Angelina Boerger
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Klären über die Gefahren des Internets für frisch Verliebte auf: (v.l.) Simone Jansen (D-Hof), Nina Körner, Agnes Zilligen (beide Frauennotruf) und Sandra Jansen (D-Hof, v.l.) laden am morgigen Dienstag zum Workshop für Jugendliche. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Per Handy oder per Computer sind sensible Daten schnell versendet und, einmal im Umlauf, nur schwer wieder einzufangen. Genau so ist es beim „Sexting“. Deshalb schickt der Frauennotruf Aachen jetzt ein Präventivprojekt in Kooperation mit dem D-Hof für Kinder und Jugendliche im Aachener Stadtteil Driescher Hof, dass den Kindern den richtigen Umgang mit intimen Inhalten beibringen soll.

Der Begriff Sexting setzt sich aus den Worten „Sex“ und „texting“ zusammen und meint den legalen, privaten Austausch selbst produzierter erotischer Fotos und Videos per Smartphone oder Internet. Auch wenn laut Umfragen über 80 Prozent der Jugendlichen Sexting ablehnen, da sie es für peinlich oder illegal halten und befürchten, es könne sich negativ auf ihre persönliche Zukunft auswirken, ist es trotzdem ein wichtiges Thema, mit dem Jugendliche sich beschäftigen sollten. Im Modellprojekt werden deshalb am Dienstag, 1. Dezember, um 16.30 Uhr zwei Workshops für Jugendliche im D-Hof, Königsberger Straße 7a, angeboten – eine Gruppe für Mädchen und eine für Jungen.

Notruf-Mitarbeiterin Nina Körner, die die Mädchengruppe leiten wird, ist es besonders wichtig, dass „Sexting“ nicht zu moralisieren oder zu verbieten, sondern die Jugendlichen aufzuklären und ihnen ein verantwortungsbewussten Umgang zu vermitteln. „Die Jugendlichen sollen wissen, was im schlimmsten Fall passieren kann. Ich spreche mit ihnen darüber, dass sich der Schwarm nach einiger Zeit doch nicht als die große Liebe entpuppt und dann die Panik groß ist.“ Sie möchte den Jugendlichen beibringen, dass sie ihre Grenzen erkennen und bewusst „Nein!“ sagen dürfen.

„Wir haben Fälle, da müssen Schülerinnen sogar mehrfach die Schule wechseln. In ganz extremen Fällen kann es sogar bis zum Suizidgedanken führen.“ Die Jugendlichen sollen außerdem die Konsequenzen begreifen. Dass man sich beispielsweise strafbar macht, wenn man Bilder anderer Personen ohne deren Einverständnis weitersendet.

Sandra Jansen, Leiterin des D-Hof, hat sich sehr gefreut, als der Frauennotruf sie um eine Kooperation bat. „Es ist ein polarisierendes Thema. Deshalb haben wir im Vorfeld unsere Mitarbeiter sensibilisiert und geschult.“

Das Projekt, das durch die Kooperation mit dem Fachausschuss „Gewalt gegen Frauen“ im Frauennetzwerk in der Städteregion Aachen und mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalens ermöglicht wurde, läuft noch bis Ende 2015. Der Frauennotruf Aachen hofft aber, dass auch im neuen Jahr die Nachfrage besteht, so dass das Projekt weitergeführt werden kann.

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