Internationaler Frauentag: Kompetente Kooperation als Weg

Von: Eva Onkels
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Aachen. „Wir versuchen alles zu machen, um uns zu beweisen“, so berichtet SPD-Ratsfrau Ye-One Rhie über die Arbeit von Frauen in der Politik und ergänzt: „Wenn man als Quotenfrau abgestempelt wird, muss man sich viel mehr abstrampeln.“

Frauen haben nach wie vor einen schweren Stand weltweit. Der Internationale Frauentag, der am Dienstag, 8. März, weltweit stattfindet, ist eine Gelegenheit, diese Probleme an die Oberfläche zu holen.

Gemeinsam haben das Iranische Kulturzentrum Rahaward, die Werkstatt der Kulturen, das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen und das Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen, schon mehrfach diesen Tag gestaltet und als Anlass für spannende Vorträge genutzt. Unter dem Titel „Frauen Macht Politik“ diskutieren auch in diesem Jahr, am Samstag, 27. Februar, Vertreterinnen aus Politik, Gesellschaft und Medien über die Rolle der Frau in Deutschland und dem Iran.

Iran steht in diesem Jahr vor einem Umbruch. Nicht nur die Atomverhandlungen mit dem Westen stellen das Land vor neue Herausforderung und Chancen, auch die Wahlen im März könnten das Gesicht des Landes verändern. Eine Besonderheit hat die Wahl bereits jetzt: 580 der etwa 6000 zur Wahl stehenden Parlamentarier sind Frauen, mehr als doppelt so viele wie bei der letzten Wahl. Dennoch: „Es erfordert viel Mut, sich als Frau im Iran zur Wahl zu stellen“, dies betonen Fariba Ghorashi, vom iranischen Kulturzentrum, WDR-Journalistin Shanli Anwar, ebenfalls mit iranischen Wurzeln, und Bürgermeisterin Hilde Scheidt.

„Das Thema Iran ist vielschichtig und spannend“, so Shanli Anwar. Sie verweist auch auf Deutschland. So stellt sie die Frage, ob nicht auch die deutsche Bundeskanzlerin damit kämpfen muss, dass sie als Frau auf der politischen Bühne anders behandelt wird als ihre männlichen Amtskollegen. Rhie, Sprecherin des Mobilitätsausschusses, fragt sich im Angesicht der deutschen Politik und Wirtschaft, „ob Frauen im Stadtrat anders angesehen werden und mehr leisten müssen als ihre männlichen Kollegen.“

Die Rolle von Frauen in der Politik überdenken, kritisieren und verstehen, dies wird ein Kernpunkt der Veranstaltung sein. „Parteien müssen darauf hinarbeiten, dass Frauen sich auch für frauenuntypische Bereich interessieren.“ Die meisten Frauen würden sich scheuen, in einen Bereich der Politik zu gehen, in dem sie sich nicht auskennen. Dabei sei es gut, so Rhie, „ins kalte Wasser geworfen zu werden.“ Im Mobilitätsausschuss sei es ihr durchaus so ergangen.

Die Einarbeitung sei schwierig gewesen, auch wegen der schon alteingesessenen Politikern. Die Mischung mache es: „Wenn kompetente Frauen und Männer zusammenarbeiten, ist das optimale Ergebnis“, so Scheidt, das sei auch echte Gleichberechtigung. Allerdings sieht sie ein Problem in der Mentalität der Frauen: „Frauen trauen sich oft nicht genug zu“, resümiert Scheidt.

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