Internationale gefragte, digitale Kunst aus Aachen

Von: Esra Güner
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Eigenwillig, aufwendig und digital – mit seinen computergenerierten Werken erobert Tim Berresheim derzeit die Kunstwelt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Bei den Ausstellungen von Tim Berresheim suchen Besucher vergebens nach zusätzlichen Informationen zu den Kunstwerken. Kein Entstehungsjahr, kein Titel, keine Erklärung – der Aachener Künstler hilft dem Betrachter bewusst nicht mit Fix- und Fertigdeutungen weiter.

„Das Deuten hat in der Kunst die Überhand gewonnen, während das eigentliche Sehen vernachlässigt wird“, stellt er heraus. Deshalb nennt sich seine Ausstellung auch „Seeing is Believing“. Vom 30. Oktober bis zum 19. November ist sie in der Burg Frankenberg zu bewundern.

Zitronen, Perücken, Schlagringe – Berresheim zwingt auf dem ersten Blick Unvereinbares in seinen farbenfrohen digitalen Bildwelten zusammen. Sie stellen Objekte, Figuren und Farbschleier dar, die sich im dreidimensionalen, illusionistischen Raum befinden. Seine computergenerierte Kunst schafft er dabei mit äußerster wissenschaftlicher Präzision: Die Bilder werden aufs Feinste als Fotoabzug ausbelichtet und berechnet. Das kostet viel Mühe, Zeit und Geld, aber ein exaktes Ergebnis ist Berresheim wichtig. „Kunst darf ruhig unökonomisch sein”, hält er fest.

Die außerordentlich eigenwilligen Bilder fordern heraus - und sie kommen in aller Welt an. Von Berlin bis Los Angeles – seine Werke „made in Aachen“ locken Besucher und Sammler gleichermaßen in die Museen und Galerien.

Vorreiter bei „Computerkunst“

Als einer der ersten hat Berresheim bereits Anfang der 2000er Jahre den Computer als künstlerisches Kreativwerkzeug für sich entdeckt. Heute schafft er nicht nur digitale Werke, er kombiniert sie auch mit Elementen der Malerei. So beispielsweise bei der „Haut“ – einer menschenähnlichen Figur, die auf einem der Bilder in der Burg Frankenberg zu sehen ist. Assistenten zeichneten vier Monate lang musterartige Gebilde und farbenfrohe Formen auf Papier, um sie dann per Hand der Figur als „Haut“ aufzuziehen.

Anschließend wurde sie dreidimensional digitalisiert und ins Computerbild integriert. Berresheim ist wichtig, den Besucher auch am Herstellungsprozess teilhaben zu lassen. Eigens dafür existiert die Augmented-Reality-App „Tim Berresheim“ für iOS und Android, mithilfe derer Interessierte die Entstehungsebenen einzelner Kunstwerke mitverfolgen können.

„Seeing is Believing“ ist die dritte Ausstellung der Reihe „Der Künstler - Dein Nachbar“, bei der Künstler aus dem nahen Umfeld ihre Werke in der Burg Frankenberg präsentieren. Der 1975 in Heinsberg geborene Berresheim wohnt nur wenige Meter entfernt von der Burg Frankenberg.

„Wir zapfen sozusagen die Kultur aus dem Viertel ab“, freut sich Franz-Peter Beckers vom Verein Frankenbuerger e.V und weist auf die hohe Dichte von erfolgreichen Künstlern in ganz Aachen hin. Finanziell unterstützt wird das Kulturprogramm in der Burg vom Kulturbetrieb der Stadt Aachen und von der Sparkasse Aachen.

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