Integrative Kindertagesstätte Siegelallee feiert Jubiläum

Von: Kristina Toussaint
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Aachens erste integrative Kita feiert 25-jähriges Bestehen: An der Siegelallee laden die Kinder und Betreuerinnen am 3. September zu einem kleinen Fest. Foto: Kita

Aachen. Rutschen, Klettern, Toben und Spielen – all das machen Kinder mit und ohne besonderen Förderbedarf in der integrativen Kindertagesstätte Siegel seit 25 Jahren gemeinsam. Gegenseitiger Respekt und ein Umgang ohne Berührungsängste entsteht dabei im alltäglichen Zusammenleben ganz von selbst.

19 so genannte „Regelkinder“ und elf Kinder mit besonderem Förderbedarf besuchen aktuell die beiden Gruppen der von der Lebenshilfe getragenen Kindertagesstätte (Kita) an der Siegelallee. Welche Kinder in der Gruppe eine Behinderung haben und welche nicht, spiele dabei meist überhaupt keine Rolle, so Hildegard Sorn, Leiterin des Vorschulbereichs der Lebenshilfe. Bestimmte Regeln gelten für alle.

Während für die Förderkinder also kein „Schonprogramm“ gilt, wird jedoch anerkannt, dass jedes Kind besondere Bedürfnisse hat – und dass jedes Kind etwas anderes besonders gut kann. Unterschiedlichkeit wird so bereits im Vorschulalter als normal wahrgenommen und akzeptiert. „Die Kinder nehmen sich als sehr selbstverständlich und helfen sich gegenseitig“, so Kita-Leiterin Hildegard Simonis.

Neben dem gegenseitigen Helfen und Verstehen kann man sich bei unterschiedlichen Spielkameraden natürlich auch viele unterschiedliche Dinge abschauen: In den Gruppen spielen Kinder mit und ohne Behinderung aus verschiedenen Altersgruppen gemeinsam in Holzburgen, basteln, toben in der Turnhalle oder klettern auf dem Niedrigseilgarten im Außenbereich. Viele Spielgeräte sind in Zusammenarbeit mit den Eltern entstanden.

Seit 2011 nimmt die 1991 als erste integrative Kita Aachens gegründete Einrichtung auch Kinder unter drei Jahren auf. Das integrative Modell, in den 90er Jahren noch viel diskutiert, hat sich vor allem im Vorschulbereich bewährt, so Sorn. Durch die langjährige Erfahrung und kontinuierliche Schulungen seien die inzwischen vier integrativen Kitas der Lebenshilfe auf sehr viele Förderbedarfe eingestellt. Eltern von Förderkindern profitierten, wie die Kinder selbst, vom Austausch mit anderen, die ähnliche Bedarfe haben.

Neben den Gruppenkräften sorgen eine Logopädin, eine Heilerziehungspflegerin, eine Motopädin und eine Physiotherapeutin in individuellen Programmen dafür, dass alle die Förderung und Bildung erhalten, die sie brauchen. Nach dem individuellen Programm geht es für die Kinder dann aber ganz schnell wieder gemeinsam auf den Auto-Teppich oder raus auf die hohe Rutsche.

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