Aachen - Integrationsrat: Verwaltung über Vorwürfe „entsetzt und erzürnt”

Integrationsrat: Verwaltung über Vorwürfe „entsetzt und erzürnt”

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Aachen. „Entsetzt und erzürnt” ist man bei der Aachener Stadtverwaltung über Aussagen von Georg Georgiadis, dem Vorsitzenden der Aachener Demokratischen Zusammenarbeit, der wie zuvor auch die türkische Liste „Türk Toplumu” erklärt hatte, die Wiederholung der Integrationswahl am 4. Juli boykottieren zu wollen.

Besonders betroffen fühle man sich, so Stadtpressesprecher Hans Poth, von der Äußerung, man werde von Rat und Verwaltung nicht ernst genommen.

Angesichts der besonderen Anstrengungen der Stadt Aachen sei dies „ein Hohn”, so Poth. 2006 habe die Stadt Aachen ein bundesweit beachtetes Integrationskonzept verabschiedet und damals eine Stabsstelle Integration mit sechs Mitarbeitern installiert, eine Vorgehensweise, die für viele andere Städte Vorbildcharakter gehabt habe. Die Stelle sei u. a. Ansprechpartner für Migranten und Migrantenorganisationen. Sie setzen das Integrationskonzept um.

2009 sei der Fachbereich Soziales in Fachbereich Soziales und Integration umbenannt worden, um die besondere Bedeutung des Themas Integration für die Stadt Aachen zu unterstreichen. Bisher seien über 2400 zugewanderte Personen in praktischen Alltagsfragen beraten worden, etwa in Bezug auf Anerkennungsfragen ausländischer Bildungsabschlüsse und bei beruflicher Neuorientierung und Qualifizierung.

Seit 2005 erhielten laut Stadtpresseamt ca. 1000 Migranten Sprachkurse. Darüber hinaus, biete die Stadt Aachen seit 2006 niederschwellige Sprachkurse für zugewanderte Mütter und Frauen an. Bisher, so das Presseamt, wurden 29 Kurse mit 350 Teilnehmern aus 33 Nationen durchgeführt.

Seit 2005 veranstalte man in Kooperation mit dem Bistum Aachen den Tag der Integration, der immer mehr Aussteller und Besucher anziehe und ein hervorragendes Beispiel für praktische Integrationsarbeit sei, ebenso der Dialog der Religionen. „Angesichts dieser noch höchst unvollständigen Auflistung der städtischen Aktivitäten davon zu sprechen, die Stadt nehme das Thema Integration nicht ernst, sind die Äußerungen von Georgiadis nicht nachvollziehbar”, so Hans Poth.

Die Stadt weist auch den Vorwurf zurück, man habe den Wahlwiederholungstermin nicht abgesprochen. Der Termin werde letztlich von der Bezirksregierung festgelegt. Das Verfahren sei vorgegeben. Die Wahlwiederholung habe weder früher noch später stattfinden können.

Hätte man sich für einen späteren Termin, etwa im Oktober, entschieden, hätte es eine Neuwahl mit erheblich höherem Aufwand und höheren Kosten geben müssen. Das Presseamt teilte auch mit, dass einzelne Listen zwar den Boykott der Wahl erklären können, dies aber zunächst keine Auswirkungen habe. Die Wahl finde statt und man können die Listen wählen, die jetzt ihren Boykott erklärt haben.

Erst wenn die am 4. Juli gewählten Vertreter ihre Wahl nicht annehmen, rücke ein anderer Vertreter nach.
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