Integrationsprojekt: Neue Chancen für Arbeitslose und Migranten

Von: Angelina Börger
Letzte Aktualisierung:
13263088.jpg
Seite an Seite für Integration und Beschäftigung: WABe-Geschäftsführer Alois Poquett (hinten l.), Mitarbeiter und Besucher des Standorts an der Jülicher Straße, schauen mit Zuversicht in die Zukunft. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Bierbänke und Bühne waren aufgebaut, es duftete nach Grillfleisch und frischem arabischem Gebäck. Im neuen Projektstandort der WABe in der Jülicher Straße 216, einem ehemaligen Tapetenmarkt, fand jetzt im Spenden- und Logistik-Center ein Begrüßungsfest statt, das nach sechs Monaten eine erste Bilanz der bisherigen Arbeit in Aachen-Nord ziehen soll.

Denn seit Frühjahr 2016 bietet die WABe und ihr Projektpartner, das Jobcenter der Städteregion Aachen, neben Einheimischen aus verschiedenen Maßnahmen auch 80 geflüchteten Menschen mit Bleibeberechtigung eine Arbeitsgelegenheit.

Alois Poquett, Geschäftsführer des Sozialvereins nutzte das Fest, um zurück-, aber auch nach vorn zu schauen: „Für mich war das Projekt bis jetzt ein voller Erfolg. Da es aber zum 30. November 2016 ausläuft, ist die Hoffnung natürlich groß, dass unsere Arbeit auch danach noch weitergehen wird.“

Dass die sich bis jetzt so gut bewährt hat, liege vor allem an den Menschen, die Tag für Tag daran arbeiteten, dass eine Integration der Maßnahmeteilnehmer ins Arbeitsleben und in die Gesellschaft möglich ist. Damit meinte Poquett zum Beispiel Menschen wie Faris, Chra Zubeyr und Najat Machraf, mit deren Beteiligung kurzerhand ein Integrationsteam auf die Beine gestellt wurde. Neben der Hilfe bei sprachlichen Barrieren begleiten die Betreuer die Maßnahmeteilnehmer auch zu Arztterminen, Wohnungsbesichtigungen oder Behördengängen.

Auch Nadia Lalee, stellvertretende Projektkoordinatorin, die den Anleitern beratend zur Seite steht, zeigte sich überzeugt von der positiven Wirkung des Projekts: „Die Standorte zeigen große Flexibilität bei der Aufnahme und Beschäftigung der Bleibeberechtigten. Unser primäres Ziel ist es, den Menschen eine Tagesstruktur zu bieten und sie dabei zu unterstützen, die deutsche Sprache zu erlernen. Denn wir wissen alle: Ohne Sprache geht es nicht.“ Überdies sei es sehr wichtig, den Migranten mit umfassenden Angeboten eine Perspektive für ihre Zukunft zu geben, so Lalee.

Unterschiede gar nicht so groß

So soll das Miteinander von Langzeitarbeitslosen und Geflüchteten nicht nur beim Spracherwerb helfen, sondern auch dabei, Vorurteile abzubauen oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen.Denn die alle Teilnehmer merkten schnell, dass die Unterschiede zwischen ihnen so groß gar nicht sind. Oftmals haben sie sogar die gleichen Probleme: Viele von ihnen wohnen in einer Notunterkunft, sind bedroht von Wohnungslosigkeit und finanziellen Problemen und auf der Suche nach einer eigenen Bleibe. Zudem haben beide Gruppen größere Hürden bei der Wiedereingliederung beziehungsweise Integration in den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft. Lalee ist sich sicher: „Das schaffen wir alles nur, wenn wir Hand in Hand zusammen arbeiten.“

Neben dem Spenden- und Logistik-Center gibt es noch fünf weitere Standorte, mit denen die WABe Arbeit fördert und sozial weniger gut Gestellten hilft: das Elektroschrott-Recycling in der Philippstraße 8, die Fahrradwerkstatt an der Bahnhofstraße, den ökologischen Garten- und Landschaftsbau auf Gut Hebscheid sowie die beiden Sozialkaufhäusern in Aachen und Stolberg.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert