Integrationsdebatte: Das Da Theater zeigt „Ursprung der Welt“

Von: Valerie Barsig
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Zwei Freunde stehen vor einer Bewährungsprobe: Das das Da Theater zeigt mit „Ursprung der Welt“ ein Stück, das bestens in die aktuelle Integrationsdebatte passt. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Vier Millionen Moslems leben in Deutschland, und keiner weiß, was Islam eigentlich heißt!“ Herodot war der erste, der die Geschichte der zwei Brüder Gyges und Kandaules erzählt. In der Gegenwart wird aus der Geschichte ein Spannungsfeld, wie es aktueller nicht sein könnte: Westliche Toleranz trifft auf muslimisches Traditionsbewusstsein im Das Da Theater, das sich in seinem neuen Stück „Ursprung der Welt“ an ein hochkomplexes Thema wagt.

Die beiden besten Freunde Kandaules, der muslimische Wurzeln hat, und Gyges haben eine gemeinsame Werbeagentur. Neuester Auftrag: Eine Imagekampagne für den Islam in Deutschland – es winkt eine Menge Geld. Unerwartet muss Kandaules einige Tage in seine Heimat reisen, da sein Großvater stirbt. Zurück kehrt der junge Mann verheiratet mit einer Frau, die komplett verschleiert ist. Kandaules möchte unbedingt, dass sein bester Freund sie einmal ohne Schleier sieht. Als das ihr Bruder herausfindet, der sie zur Eingewöhnung in Deutschland begleitet, überschlagen sich die Ereignisse.

„Natürlich geht man mit großem Respekt an so ein Thema“, erklärt Regisseurin Maren Dupont. „Man kann Empfindlichkeiten verletzen. Aber wir setzen bewusst darauf, in unserer Inszenierung nicht mit Klischees zu arbeiten. Alle Sichtweisen im Stück sollen für den Zuschauer nachvollziehbar sein, es gibt kein klares Böse oder Gut“, sagt Dupont.

Respekt haben, aber nicht in ihm erstarren, das sei beim Stück das Credo, sagt auch Theaterleiter Tom Hirtz. „Das Stück ist Theater, bewusst sagen wir, es ist eine Farce. Es darf also auch mal frech und politisch inkorrekt zugehen, damit die Substanz zum Vorschein kommt.“ Und so werden nicht nur traditionelle Regeln des Islam in Frage gestellt, ebenso wird kritisch mit der Katholischen Kirche umgegangen oder mit der (manchmal oberflächlichen) westlichen Kultur.

Das Stück stammt aus der Feder des Autorenkollektivs „Soeren Voima“ und trifft mitten ins Zentrum der Integrationsdebatte: Bis wohin reicht unsere Toleranz? Wie groß ist unsere Angst vor dem Unbekannten? Und vor allem: Wie sehr muss man sich selbst und seine Ansichten hinterfragen?

Die Premiere des Stücks ist am Donnerstag, den 12. September um 20 Uhr im Das Da Theater an der Liebigstraße. Für die Premiere gibt es auch noch Karten für 22,50 Euro, 15 Euro ermäßigt unter 161688 oder im Buchladen Pontstraße 39 unter 28008.

Ab dem 13. September gibt es dann bis zum 27. Oktober regelmäßige Spieltermine immer freitags (20 Uhr), samstags (20 Uhr) und sonntags .

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