Integration findet auf der Bühne statt

Von: Johannes Leitner
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Außergewöhnliches Stück: Tanja Kramberger, (Bühne Kostüme), Robert Seiler (Inszenierung), Muhammed Duran, Jule Ures und Ahmad Gorbani (von rechts nach links) freuen sich auf die Premiere von „Eine Handvoll“ am kommenden Donnerstag im Mörgens. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Was glauben wir wem? Wie beeinflussbar sind wir? Wie leicht lassen wir uns manipulieren – und ist das überhaupt vermeidbar? Diese und weitere Fragen versuchen acht junge Darsteller im Theaterstück „Eine Handvoll“ im Mörgens des Theaters Aaachen zu beantworten. Sie sind zwischen 15 und 20 Jahre alt und teils in Deutschland geboren, teils als unbegleitete Flüchtlinge hierher gekommen.

In den einzelnen Szenen wird dem Publikum vermittelt, wie Manipulation durch sogenannte „Trigger“ (Auslöser) bewirkt wird. Dabei steht das Thema Migration im Vordergrund, die Schauspieler hangeln sich an der jüngsten politischen Geschichte von Merkels „Wir schaffen das“ über die Kölner Silvesternacht bis hinein in die Gegenwart entlang. Sowohl humorvoll als auch radikal geht es zu, auch politischer und emotional-religiöser Extremismus spielen eine Rolle. Die Zuschauer werden aktiv in das Stück einbezogen und sollen so auch ihre eigene Erwartungshaltung zum weit gefassten Themenkomplex „Manipulation“ überdenken.

Regisseur Robert Seiler erklärt seine Motivation für das Bühnenwerk, an dessen Drehbuch alle beteiligten Darsteller mitwirkten, folgendermaßen: „Ich arbeite unheimlich gerne mit jungen Menschen, habe aber vorher noch nie mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund gearbeitet. Aber es war von Anfang an klar, dass es eben nicht nur Geflüchtete, sondern auch Deutsche sein sollen, die hier mitspielen.“

Denn so werde das Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen, in denen es auch unterschiedliche Ansichten über Manipulation gibt, spür- und greifbar. Die Darstellergruppe hat sich ab September fast jedes Wochenende getroffen und bis zu zwölf Stunden am Tag geprobt. Der 16-jährige Ahmad Gorbani kam aus Afghanistan über die Balkanroute nach Deutschland. Die Theatererfahrung empfindet er als große Bereicherung: „Ich habe viel Deutsch gelernt und auch die deutsche Kultur kenne ich jetzt besser.“

Die in Aachen geborene Jule Urmes (15 Jahre) wirkt bereits seit zwei Spielzeiten in der Jugendschauspielgruppe „Teenclub“ am Theater Aachen mit. Als vom Projekt „Eine Handvoll“ im Spielzeitheft las, wollte sie unbedingt sofort mitmachen. „Es ging schon deutlich intensiver zu als in der Jungendgruppe. Wir alle fühlen uns mittlerweile wie eine Familie“, erzählte sie. Und auch Seiler betonte: „Mit diesen Jugendlichen kann man arbeiten wie mit profesionellen Schauspielern.“

Das Stück feiert am Donnerstag, 19. Januar, um 20 Uhr im Mörgens Premiere. Weitere Vorführungen finden statt am Freitag, 27. Januar, Sonntag, 29. Januar, Freitag, 3. Februar, Samstag, 11. Februar sowie Sonntag, 19. Februar, statt. Weitere Spieltermine sind geplant, werden jedoch erst sehr kurzfristig disponiert.

Tickets gibt es im Kundenservice Medienhaus im Elisenbrunnen am Friedrich-Wilhelm-Platz (montags bis freitags 10 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr) sowie im Verlagsgebäude an der Dresdener Straße (montags bis donnerstags 8 bis 18 Uhr, freitags 8 bis 17 Uhr, samstags 9 bis 14 Uhr).

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