Integration durch Aachener Geschichten

Von: Birgit Broecheler
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Empfang bei Oberbürgermeister
Empfang bei Oberbürgermeister Marcel Philipp: Mit Georg Quadflieg (vorne mit erhobenen Händen) besuchten die Kinder der KGS Düppelstraße den Weißen Saal im Rathaus. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. „Das Wasser am Elisenbrunnen hat gut geschmeckt”, meint die achtjährige Janet. Und der neunjährige Oruc findet toll, „dass wir den Teufel, seinen Daumen und den Riss in der Domtür gesehen haben”.

Janet und Oruc sind zwei von rund 20 Kindern der Katholischen Grundschule (KGS) Düppelstraße, die mit ihrer Schule eine Stadtbesichtigung machen. Mehrere Mütter und Väter sind ebenfalls dabei. Ermöglicht hat dies den Viertklässlern und ihren Eltern der Förderverein, der die Kosten für Busfahrt und Führung durch die Stadt übernommen hat.

„Unter dem Motto Wir sind alle Öcher sollen die Kinder ihre Stadt kennenlernen”, erklärt Georg Quadflieg, Vorsitzender des Fördervereins das Konzept. Und Schulleiter Hans van Eys fügt hinzu: „Die Stadtbesichtigung ist Teil unserer Integrationsarbeit.” Denn viele der Kinder, deren Eltern aus der Türkei, Syrien, Afrika, Serbien, Kroatien und dem Kosovo stammen, seien zwar in Deutschland geboren, würden aber nur das Ostviertel kennen. Die Geschichte der Kaiserstadt behandeln die Schüler natürlich auch im Unterricht, doch die Ausfahrt soll helfen, „einen Blick auf Aachen zu erhalten, den die Kinder bisher noch nicht hatten”, erklärt Schulleiter van Eys.

Von der Düppelstraße geht es in die Soers, vorbei an Polizeipräsidium, CHIO-Gelände und Tivoli und weiter zum Lousberg. Dort wartet Stadtführerin Anja Haas mit der spannenden Geschichte über die Rachepläne des Teufels und die schlaue Marktfrau auf. „Dem Teufel fehlt ja ein Daumen”, stellt einer der Schüler erstaunt fest. Wo der sich befindet, dürfen die Kinder kurze Zeit später selbst an der Dompforte ertasten. Noch faszinierender finden sie den Riss im Portal, den der wütende Teufel verursachte, als er die Pforte zuschug.

Doch zuvor werden nicht nur das Heilwasser am Elisenbrunnen getestet und der Puppenbrunnen bestaunt, auch Aachens bekannteste Leckerei, die Printen, werden probiert. Den Schülern schmeckt es sichtlich gut, Nachschlag wird umgehend gefordert.

„Es ist schön zu sehen, wie die Schule sich weiterentwickelt”, sagt Birsen Tastekin, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Neben der Ausfahrt, die sich an der Schule fest etablieren soll, hat der Verein außerdem Einladungen der Schüler zum CHIO und zu Alemannia Aachen erwirkt, die Bücherei erweitert und die Einführung von Tanz- und Gitarrenkursen gefördert.

Das Highlight der Stadtbesichtigung ist für alle aber eindeutig ein Besuch bei Oberbürgermeister Marcel Philipp im Weißen Saal des Rathauses. Geduldig antwortet der Politiker auf Fragen der Kinder wie: Wie alt sind Sie? Spielen Sie gerne Fußball? War Frau Merkel auch schon mal hier? Sind Sie reich? Philipp führt die Grundschüler durch die Räume, erklärt seine Aufgaben und gibt auch die ein oder andere Anekdote zum Besten. „Ich hatte ihn mir älter und kleiner vorgestellt”, meint Janet. Und der elfjährige Enrico spricht aus, worüber sich Kinder und Eltern einig sind: „Der Oberbürgermeister ist sehr nett.”
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