Inszenierung von „Quizoola!“ bezieht Publikum mit ein

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Mit der Stückauswahl der aktuellen Spielzeit – die thematisch um Herausforderung und Überforderung kreist – möchte das Theater Aachen auch das Publikum aus der Komfortzone locken und Fragen anzustoßen: Wofür engagiert man sich, wofür lohnt es sich, Einsatz zu zeigen? Die Inszenierung „Quizoola!“ soll das Publikum noch ein Stück weiter einbeziehen – und stellt noch wesentlich mehr Fragen: Über 1000 stehen zur Auswahl.

Den originalen Fragenkatalog des Autors Tim Etchells hat Regisseurin Marion Schneider-Bast damit schon um die Hälfte reduziert. „Von völlig banal bis tiefgründig ist dabei alles vertreten“, so Schneider-Bast. Philosophisches, Wissensfragen, Politisches oder Persönliches – die Fragen tauchen in unzusammenhängender Reihenfolge auf und decken die unterschiedlichsten Themengebiete und Fragenarten ab. Von „Was ist Liebe?“ über „Was ist Deine Lieblingsfarbe?“ und „Gibt es jemanden, den Du vermisst?“ reicht das Spektrum bis zu „Wie starb Sokrates?“.

Überraschend wird die Auswahl und Abfolge der Fragen auch für die Schauspieler sein: Für jede Aufführung gibt es einen eigenen Fragenkatalog, den die Darsteller erst auf der Bühne bekommen. Wie bereits bei „Weißes Kaninchen, rotes Kaninchen“ wird also kein Abend wie der andere werden.

Bei der Beantwortung der Fragen geht es dann weniger um die Wahrheit, als darum, zu beobachten, wie die Antwort präsentiert wird. Wie windet sich der Gefragte aus der Situation, wenn er die Antwort nicht kennt oder nicht preisgeben will? Wie konstruieren wir Wahrheit und wie enttarnen wir eine Lüge? Und wie kann man die Frage auf das Publikum abwälzen?

„Das Spannende ist, dass man bei etwas zuschaut, dass gerade in diesem Moment entsteht“, so Schneider-Bast. Die Fragen regten außerdem zum Nachdenken an, man beziehe sie auf sich selbst und versuche automatisch, eine Antwort zu finden.

„Ich behaupte, dass es nicht mehr reicht, Kunst einfach nur zu konsumieren, indem man sich zum Beispiel ins Theater setzt und sich zurücklehnt“, so Dramaturgin Inge Zeppenfeld. Der Theaterbegriff habe sich in den vergangenen Jahren enorm geweitet. Über die konventionelle Vorstellung von Stück und Rolle hinaus verbindet Theater heute oft verschiedene Kunstrichtungen, sodass statt Stücken eher Performances entstehen. In diesem Zusammenhang steht auch Autor Tim Etchells, der Teil der Sheffielder Künstlergruppe „Forced Entertainment“ ist.

Für „Quizoola!“ bedeutet das, dass man nicht mit einem Stück im klassischen Sinne rechnen und Neugierde mitbringen sollte – dann wird man neben Denkanstößen mit Unterhaltung im Quizshowstil und unerwarteten Antworten belohnt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert