Aachen - Institutsgebäude geht es an den Kragen

Institutsgebäude geht es an den Kragen

Von: Andreas Cichowski
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Ein Fall für den Abrissbagger: Dieser Flügel des Walter-Schottky-Hauses wird durch einen Neubau für die Fakultät für Elektrotechnik der RWTH ersetzt. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. Die Glanzzeiten des Plattenbaus in der Sommerfeldstraße sind längst vergangen. Einsam und verlassen steht der Flügel des Walter-Schottky-Gebäudes in diesen Tagen unweit des modernen Campus Melaten da. Schon bald muss er weichen.

Seit der Fertigstellung im Jahr 1977 haben Mitarbeiter der Fakultät für Elektrotechnik der RWTH Aachen dort in jenem Flügel Forschung betrieben und immerzu neue Erkenntnisse gewonnen. Zehn Professuren waren in dem Gebäude untergebracht, die schwerpunktmäßig auf den Gebieten der Mikro- und Nanoelektronik und der Informationstechnik arbeiteten.

60-Tonnen-Bagger

Ein Teil der dort untergebrachten Institute ist bereits im vergangenen Jahr in die neuen „ICT-Cubes“ an der Kopernikusstraße umgezogen. „So stehen nach weiteren gebäudeinternen Umzügen die Flächen im Gebäudeteil 24a leer“, sagt Bernd Klass, Sprecher des Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) NRW in Aachen. Nun folgt der Abriss des Flügels.

Doch weil in den übrigen Teilen des Hauses der Forschungsbetrieb unter anderem mit hochfeinen Messapparaturen weiter bestehen bleiben soll, gestaltet sich der Abriss als nicht ganz einfaches Unterfangen, denn üblicherweise verursacht ein solcher Abriss Erschütterungen, die sich durch die ganze Gebäudestruktur ausbreiten würden.

„Das Gebäude wird zunächst bis auf die Tragkonstruktion entkernt. Dabei werden die verschiedenen Reststoffe getrennt“, erläutert Klass. „Der abzureißende Gebäudeflügel wird mittels eines Doppelsägeschnittes von dem restlichen und weiter genutzten Gebäude abgetrennt. So stellen wir sicher, dass möglichst wenig Schwingungen auf das Gebäude übertragen werden.“ Dies geschehe sowohl um Schäden zu vermeiden als auch den fortlaufenden Betrieb möglichst wenig zu stören.

Bereits vor Weihnachten wurde mit der Baustelleneinrichtung begonnen, das Gelände umzäunt und einige Bäume gefällt. Große Container stehen bereit, in denen seit Anfang des Jahres schadstoffbelastete Baustoffe fachgerecht entsorgt werden.

Ab Anfang Februar geht es dann der Betontragkonstruktion an den Kragen: „Der konstruktive Abbruch erfolgt anschließend mittels einem 60-Tonnen-Longfrontbaggers mit Hydraulikzange“, so Klass. Diese spezielle Abbruchmaschine verfügt über einen langen Ausleger, um das Gebäude von oben nach unten abzutragen.

Die einzelnen Bauteile werden so weit zerlegt, dass sie problemlos abtransportiert werden können. „Anders als sonst üblich werden die Betonreste dabei nicht vor Ort weiter zerkleinert, um Beeinträchtigungen im Umkreis durch die dabei entstehenden Vibrationen zu vermeiden“, ergänzte der BLB-Sprecher. „Bis Mitte März wird der gesamte Abbruch einschließlich der Fundamente abgeschlossen sein.“

Die nach dem Abriss frei werdende Fläche werde für den geplanten Ersatzneubau für fünf Institute der Fakultät für Elektrotechnik benötigt. „In dieses neue Gebäude werden die Lehrstühle beziehungsweise Professuren einziehen, die schwerpunktmäßig auf dem Gebiet der Mikro- und Nanoelektronik arbeiten“, erklärt der Geschäftsführer der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RWTH Aachen, Dr. Hermann Wehr.

Der Neubau soll über Institutsräume, einen Seminarbereich, Laborflächen und ein Reinraumzentrum verfügen. „Nach heutigem Stand könnten die Arbeiten für den Ersatzneubau in der zweiten Jahreshälfte starten“, so Bernd Klass aus Sicht des BLB.

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