Institut für Zoologie der RWTH feiert 50. Geburtstag

Von: Kathrin Albrecht
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50 Jahre Zoologie in Aachen: Prof. Hermann Wagner (neuer Leiter), Rektor Prof. Ernst Schmachtenberg, Henning Stieve (Gründer), Dekan Stefan Schael und Festredner Hanns Hatt (von links) feierten nun das Institutsjubiläum. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Vor 50 Jahren erhielt der Zoologe Henning Stieve den Auftrag, an der Technischen Hochschule Aachen ein Institut für Zoologie einzurichten. „Die Zoologie ist ein Prüfungsfach im Medizinstudium“, erläutert der Emeritus, denn zur gleichen Zeit begann die Hochschule, eine medizinische Fakultät einzurichten.

Ein halbes Jahrhundert später ist das Institut für Zoologie an der Hochschule mit neun Lehr- und Forschungsgebieten – zwei davon sind am Forschungszentrum Jülich angesiedelt – fest etabliert und hat ein ganz eigenes Profil gewonnen.

Sein rundes Jubiläum feierte das Institut in der Aula im Hauptgebäude der RWTH. Hanns Hatt, Professor an der Ruhr-Universität Bochum, hielt dabei als Festredner einen kurzweiligen Vortrag über die menschliche Nase. In seiner Begrüßung erklärte Institutsdirektor Hermann Wagner, es gehe in der Zoologie um mehr als um das bloße Erkennen von Tieren.

An der RWTH gelinge in der Forschung der Brückenschlag zwischen den Ingenieurwissenschaften und der Medizin. Hermann verdeutlichte das am Beispiel einiger Projekte. So untersuchte eine aktuelle Doktorarbeit die Wasserernte bei Wüstenechsen. Die besondere Oberflächenstruktur ermöglicht, selbst kleinste Wassermengen aufzunehmen und über winzige Kapillarkanäle in der Hautoberfläche zu transportieren. Diese Erkenntnis helfe in den Ingenieurwissenschaften, Verfahren für die optimale Schmierung von Schneidewerkzeugen zu entwickeln. Sie dient in der Biochemie oder Medizin auch dazu, spezielle Sensoren zu entwickeln, die das Blutplasma von Wasser trennen können.

An Schleiereulen, den leisen Jägern der Nacht, untersuchen Projekte den Aufbau der Flügel, die in der Bionik in die Gestaltung moderner Tragflächen einfließen, und die sensorische Wahrnehmung des Tieres. Auch in der Infektionsforschung habe sich das Institut in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht. Ein Team unter der Leitung von Gabriele Pradel untersucht, welche Rolle Proteine bei der Vermehrung von Malaria-Erregern im Körper spielen.

Die Zukunft, schloss Wagner seine Begrüßung, sehe für das Institut sehr gut aus. RWTH-Rektor Ernst Schmachtenberg und Stefan Schael, Dekan der Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften, verwiesen darauf, dass das Institut an einer TH nicht immer einen leichten Stand hatte.

„Wunderbare Pionierjahre“

Schmachtenberg dankte dem Institut für „50 Jahre großartige Arbeit“. Henning Stieve blickte in seinem kurzen Grußwort noch einmal zurück in die schwierigen, aber „wunderbaren Pionierjahre“, in denen er das Institut mit vier Assistentenstellen im Gebäude des ehemaligen Couven-Gymnasiums aufbaute. Auch damals seien die finanziellen Rahmenbedingungen schwierig gewesen.

Seine Studierenden wollte Stieve gerade im Aufbaustudium nicht mit Wissen überfrachten, sondern praktisch an die Grundlagen heranführen. „Insgesamt ist es ganz gut geworden. Manches ist ähnlich gelaufen wie geplant, vieles ist anders geworden durch die sich real entwickelnden Bedingungen“, lautete sein Resümee.

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