Aachen - Ins Gut Branderhof soll wieder Leben einkehren

Ins Gut Branderhof soll wieder Leben einkehren

Von: Edda Neitz
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Wartet darauf, aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden: das alte Gut Branderhof am gleichnamigen Weg. Foto: Harald Krömer
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Sie organisieren die Vorstandsarbeit: Ingeborg Haffert und Wilfried Warmbrunn. Foto: Edda Neitz

Aachen. Wildes Efeu wuchert an der roten Backsteinmauer entlang, und Gras bedeckt die alten Pflastersteine im Hof. Seit vor drei Jahren der Reitverein Aachen samt Reitschule und auch das kleine Lokal „Vetternwirtschaft“ hier ihre Türen schlossen, liegt eine stille Romantik über dem leerstehenden Gut Branderhof. Das kann sich wieder ändern. Vorausgesetzt die Pläne des Vereins „Gut! Branderhof“ gehen auf.

„Wir möchten den Hof wieder mit Leben füllen“, sagt Ingeborg Haffert, die zusammen mit Wilfried Warmbrunn den Vorstand des Vereins bildet. Beide leben in direkter Nachbarschaft zum Hof. „Wir sind eine Bürgergemeinschaft, die mit ganz verschiedenen Aktionen das Gut Branderhof nicht nur erhalten, sondern wieder zu einem interessanten Ort in der Nachbarschaft machen möchte“, ergänzt Wilfried Warmbrunn. Seit zwei Jahren existiert der Verein mit inzwischen 80 Mitgliedern.

Vor einem Jahr suchte die Stadt noch einen Käufer für das 500 Jahre alte und denkmalgeschützte Gut. Nachdem im Frühjahr dieses Jahres der Verein die Stadt mit seiner ersten Projektbeschreibung überzeugte und ein sogenanntes Nutzungsrecht erhielt, ruht auch das Bebauungsplanverfahren erst einmal. „Damit wir die Innenräume für eine Lesung oder ein Theater nutzen konnten, mussten wir erst einmal Fenster und Innenräume reparieren und säubern“, erzählt Vorstandsvorsitzende Haffert, denn Metalldiebe und Vandalen hatten den Leerstand offenbar auf ihre Weise „genutzt“.

Im ehemaligen Gastraum kommen die regelmäßigen Stammtische jeweils am ersten Montag im Monat um 19 Uhr zusammen. Dazu ist jeder eingeladen.

„Wir haben bereits einen wichtigen, weiteren Schritt gemacht“, sagt Wilfried Warmbrunn stolz. Um an Fördergelder zu kommen, bewarb sich der Verein beim Landesprogramm „Initiative ergreifen“. Bei diesem Förderprogramm geht es um Projekte, die bürgerschaftliches Engagement und Stadterneuerung wirksam miteinander verknüpfen.

Ende September war das erste Gespräch der sogenannten Qualifizierungsphase. Vom Presseamt der Stadt Aachen heißt es dazu, dass die bisherigen Entwürfe für eine Bebauung gegenstandslos geworden sind, weil mit den verschiedenen Nutzergruppen, die sowohl die denkmalgeschützten Gebäude als auch die Neubebauung im Umfeld nutzen wollen, Gespräche im Rahmen des NRW-Förderprogrammes stattfinden werden. Zu den Nutzergruppen gehören der Verein und mehrere Baugruppen. Das Geld, das vom Land erwartet wird, soll in die Sanierung des Denkmals fließen.

„Auf Herz und Nieren geprüft“

„Jetzt werden wir auf Herz und Nieren geprüft“, meint Ingeborg Haffert dazu. Die beiden Vorstandsvorsitzenden fühlen sich gut vorbereitet. Ein Projektentwicklungsbüro wird sie in der Qualifizierungsphase begleiten. Weil Wilfried Warmbrunn, der in der Energieversorgung arbeitet, auch beruflich Projekte initiiert und steuert, weiß er, worauf es ankommt. Die geplanten Vorhaben sollen an die Tradition und die Historie des Gutshofes anknüpfen. Gastronomie steht ganz oben auf der Wunschliste.

In einem Teil der Stallungen sollen Räume entstehen, die beispielsweise für Kurse, Ausstellungen und Familienfeiern genutzt werden können. Mit einem Backhaus will der Verein das nachbarschaftliche und interkulturelle Zusammenleben fördern. Die Nutzung und der Umbau des anderen Teils der ehemaligen Scheune zu einer Kindertagesstätte gehört ebenso zum Programm und ist laut Presseamt sogar eine Voraussetzung für die Teilnahme am Förderprogramm. Es werden Gespräche mit einem Investor geführt, der beabsichtigt, die Scheune zu erwerben und einen langfristigen Mietvertrag mit einer Elterninitiative abzuschließen.

Dass der Verein mit seinem Anliegen auf dem richtigen Weg ist, spüren Ingrid Haffert und Wilfried Warmbrunn immer wieder. Oft sind Anwohner bei ihren Aktionen dabei, die mit dem Hof viele Erinnerungen verbinden. Eine ältere Anwohnerin erzählte, dass es früher unter der alten Scheune einen Keller für Champignonzucht gab, ein anderer erinnert sich an die Pferdedusche im Hof. „Wir freuen uns über jeden Besucher“, sagt Wilfried Warmbrunn.

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