Aachen - Ins boomende Kongresszentrum wird weiter investiert

Ins boomende Kongresszentrum wird weiter investiert

Von: Oliver Schmetz
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Noch erhält der flüchtige Besucher in der virtuellen Welt von Aachens Kongresszentrum einen völlig falschen ersten Eindruck.

Die Website des Eurogress wirkt vorsichtig formuliert etwas altbacken, und wer dort die Rubrik „Highlights” anklickt, erhält bloß die schnöde Info: „Es wurden keine Beiträge gefunden”...

Was wie ein Fall von völlig falscher Bescheidenheit erscheint: Denn einerseits kann man alleine schon im noch jungen Jahr 2012 mit den Kabarettisten Hagen Rether und Dieter Nuhr sowie der Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter einige Höhepunkte aufzählen, und andererseits schreibt das Haus auch noch blendende Bilanzen.

„Die Zahlen sprechen für sich”, dankt Klaus-Dieter Jacoby (CDU) als Vorsitzender des Betriebsausschusses dem Eurogress-Management im Namen der Politik. Auf jeden Fall gingen sie zuletzt kontinuierlich nach oben. Mit 262 Veranstaltungen zählte das Haus an der Monheimsallee im Jahr 2011 zehn Events mehr als im Vorjahr, die Auslastung stieg auf 81,6 Prozent.

Gesunken ist nur das jährliche Defizit, und zwar von gut zwei Millionen Euro im Jahr 2009 auf aktuell nur noch 1,4 Millionen. Damit ist man zwar weiterhin ein Zuschussbetrieb, „aber das sind alle städtischen Veranstaltungszentren ähnlicher Art”, betont Eurogress-Chefin Kristina Wulf.

Bemerkenswert sei, dass man zuletzt „die Erträge enorm gesteigert” habe - von 3,1 Millionen Euro in 2007 auf nunmehr 4,3 Millionen.

Das erfreut auch die Politik. „Das Investment rechnet sich so langsam”, spielt Jacoby auf die umfassenden Sanierungen der vergangenen Jahre an, mit denen das Haus fit gemacht wurde für die Zukunft.

Und es wird weiter investiert: 3,7 Millionen Euro fließen in den nächsten zwei Jahren in die Neugestaltung der Konferenzräume. Heller und moderner soll alles werden, ein Großteil des Geldes muss in neue (Lüftungs-)Technik gesteckt werden. „Das ist alles nicht mehr zeitgemäß”, sagt Wulf.

Doch auch wenn es komplett saniert ist, stößt das Eurogress an seine Grenzen. Eine Kongressstudie belegt, dass Aachen deutlich mehr Veranstaltungen und Teilnehmer beherbergen könnte, doch fehlt es an Kapazitäten. „Wir benötigen dringend einen zusätzlichen großen Saal für 1000 Besucher”, weiß der städtische Co-Dezernent Manfred Sicking und bringt das zum Verkauf stehende Knappschaftshaus in direkter Nachbarschaft als Eurogress-Expansionsfläche ins Gespräch.

Die Stadt pocht dort auf ihr Vorkaufsrecht, aber es gibt auch private Interessenten, und letztlich dürfte entscheidend sein, „ob es überhaupt finanziell machbar ist”, so Sicking. Mit der Politik, bestätigt auch Jacoby, liefen darüber viele Gespräche, „aber bis es Fakten gibt, wird es noch dauern”.

Das gilt indes nicht für den Internet-Auftritt. Das „Relaunch” ist fast fertig, ab dem 2. April steht die neue Website im Netz. Mehr Service, mehr Infos, mehr Interaktivität verspricht das Eurogress dann.

Auch in der virtuellen Welt werden die Besucher dann wohl von den ganz realen „Highlights” des Hauses gleich einen richtigen ersten Eindruck erhalten.
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