Inklusion in Kitas: Die Gespräche gehen nun weiter

Von: Annika Kasties
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Für die angemessene Förderung von Kindern mit Handicap in Kitas wollen Stadt und freie Träger gemeinsam ein Konzept entwickeln. Foto: dpa

Aachen. Die Stadt Aachen und die freien Träger von Kindertagesstätten haben den Gesprächsfaden wieder aufgenommen. Der war nach einem Streit um ein gesamtstädtisches Konzept zur Förderung von Kindern mit Handicap in Kitas vorübergehend abgebrochen.

In einem offenen Brief hatten die evangelische Kinder- und Jugendhilfe Aachen-Brand, das Studierendenwerk, die Arbeiterwohlfahrt, Lebenshilfe, Caritas Lebenswelten und Pro Futura Ende August das Vorgehen der Stadt heftig kritisiert.

Die habe nach dem Rückzug des Landschaftsverbands Rheinland aus der Finanzierung der Therapiemaßnahmen mit dem Ratsbeschluss vom Frühjahr 2017, die therapeutischen Kräfte in den städtischen Kitas weiter zu bezahlen, „dem Grunde nach die Fortführung des bisherigen Systems“ beschlossen. Und damit Fakten geschaffen, bevor die gemeinsamen Gespräche mit den freien Trägern abgeschlossen gewesen seien.

Dass sich Stadt und freie Träger nun wieder „aufeinander zubewegen“, berichtete am Dienstag Jugendamtschef Heinrich Brötz im Kinder- und Jugendausschuss. Und äußerte – auch mit Blick auf die anstehende Haushaltsdebatte – die Hoffnung, dass noch dieses Jahr ein entsprechender Vorschlag auf den Tisch kommen und politisch debattiert werden könne. Zumal ein erstes Treffen mit Vertretern der freien Träger bereits stattgefunden habe.

Ein Konzept bis Ende des Jahres?

Dass die freien Träger prinzipiell bereit seien, die Gespräche mit der Stadt wieder aufzunehmen und gemeinsam ein Konzept zur frühkindlichen inklusiven Förderung zu erarbeiten, bestätigte Rita Baumbach von der Lebenshilfe am Mittwoch auf AZ-Anfrage. Ob dieses bereits bis Ende des Jahres festgezurrt werden könne, ließ sie indes offen.

„Wir als freie Träger befinden uns im Moment noch im Abstimmungsprozess darüber, was ein sinnvoller Weg sein soll“, sagte sie und betonte: „Es geht uns bei der Diskussion nicht primär ums Geld, sondern darum, Inklusion neu zu denken.“

Educcare wird Kinder am „Guten Hirten“ betreuen

Die Educcare gGmbH hat das Rennen um die Trägerschaft für die geplante fünfgruppige Kindertagesstätte „Guter Hirte“ an der Süsterfeldstraße gemacht. Das wurde am Dienstag im Kinder- und Jugendausschuss mit einer Enthaltung (freie Träger) beschlossen. Damit folgte der Ausschuss dem Vorschlag der Verwaltungvorlage.

Educcare betreibt in Aachen bereits die Kita „Karlinis“ im Gewerbegebiet Eilendorf und hat damit laut Ausschussvorlage bereits Erfahrungen mit Randzeitenbetreuung sowie betrieblicher Kinderbetreuung gesammelt. Ein Aspekt, der insbesondere für Jugendsamtschef Heinrich Brötz wichtig war: „Eine fünfgruppige Kita mit Randzeitenbetreuung ist kein gutes Übungsfeld für einen Träger.“

Nach eigenen Angaben kann Educcare ein Prozent des vorgesehenen Trägeranteils in Höhe von neun Prozent der Betriebskosten nach dem Kibiz-Gesetz übernehmen. Damit müsste die Stadt die restlichen acht Prozent übernehmen. Die Stadt rechnet dementsprechend mit Gesamtkosten von jährlich 152800 Euro. Die Entscheidung über die Übernahme des Trägeranteils wird in einem separaten Beschluss getroffen.

Die neue Kita in unmittelbarer Nähe zum Campus West wird nach aktuellem Stand frühestens zum April 2019 fertig sein. Neben Educcare hatten sich auch die Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz sowie zwei Neulinge in Aachen, der Akademische Verein zu Euregio und die Bildung und innovative Pädagogik GmbH (bip), um die Trägerschaft beworben.

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