Aachen - Inklusion: 2,7 Millionen Euro für notwendige Umbauten?

Inklusion: 2,7 Millionen Euro für notwendige Umbauten?

Von: sh
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Wie teuer kommt Aachen die Inklusion zu stehen? Eine möglichst präzise Antwort auf diese Frage will die Politik in den kommenden Monaten erhalten. In der gemeinsamen Sitzung des Kinder- und Jugendausschusses und des Schulausschusses wurde daher die Verwaltung damit beauftragt, eine Aufstellung zu erarbeiten, die den realistischen Umbau-Bedarf an Aachens Schulen darstellt.

Ab dem Schuljahr 2014/15 haben behinderte Kinder das Recht, auf einer Regelschule lernen zu können. Der Städtetag NRW hat in einer pauschalen Kostenschätzung zusammengestellt, welche Investitionen auf die Städte zurollen können, um Schulen barrierefrei zu gestalten.

Eine erste grobe Schätzung hat ergeben: Der Finanzbedarf für 55 nachzurüstende Regelschulen in Aachen würde demnach bei mindestens 2,7 Millionen Euro liegen. „Wir müssen nun schauen: Welche Schulen müssen wir wirklich mit Aufzügen und Rampen ausstatten“, sagte Björn Gürtler vom städtischen Presseamt.

Laut Städtetag schlägt die Installation einer Rampe mit 20.000 Euro zu Buche, ein Fahrstuhl kostet 100.000 Euro, behindertengerechte Umbauten der Toiletten werden mit 10.000 Euro veranschlagt, optische Orientierungshilfen für sehbehinderte Schüler ebenfalls mit 10.000 Euro. Den Aachener Schulpolitikern ist diese Hochrechnung zu pauschal. Sie fordern eine detailliertere Aufschlüsselung. Bisher sind sieben von 62 städtische Schulen für Kinder und Jugendliche mit körperlichen Behinderungen barrierefrei.

Ungewissheit herrscht weiterhin, aus welchen Geldtöpfen die notwendigen Umbauten gezahlt werden sollen. Die Städte und kommunalen Spitzenverbände streiten mit der Landesregierung über die Kosten der Inklusion. Eine Kommission versucht derzeit, einen Kompromiss zu erarbeiten. Kommt dieser nicht zustande und bleibt das Land bei seiner Haltung, nicht im Sinne des Konnexitätsprinzips für einen Teil der Kosten aufzukommen, die durch das Inklusionsgesetz auf die Städte zurollen, behält sich auch die Stadt Aachen eine Klage vor dem Verfassungsgericht vor.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert