Städteregion Aachen - Initiative will Ausbaupläne in Merzbrück endgültig beerdigen

Initiative will Ausbaupläne in Merzbrück endgültig beerdigen

Von: Gerald Eimer
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Seit 2002 verfolgt die Flugplatz-Gesellschaft Ausbaupläne in Merzbrück, die ebensolange von einer Bürgerinitiative bekämpft werden. Bislang scheitert das Vorhaben vor allem am fehlenden Geld. Foto: Michael Jaspers

Städteregion Aachen. Wenige Wochen vor der Kommunalwahl bringt sich die „Bürgerinitiative Lebensqualität Verlautenheide“ mit einem zweiseitigen Schreiben bei den Politikern in Stadt und Städteregion in Erinnerung. Sie drängt darauf, die Pläne für einen Ausbau des Flugplatzes Merzbrück zu beerdigen.

Die Bürger aus Verlautenheide, Haaren, Würselen und Eschweiler „werden sehr genau auf Ihre Entscheidung achten“, kündigt die zehnköpfige Gruppe um Wortführer Georg Niebel den Politikern an. Unter denen gibt es bekanntermaßen eine stattliche Mehrheit, die den Ausbau mit einer verschwenkten und längeren Landebahn als sinnvolle Infrastrukturmaßnahme befürwortet.

Die Bürgerinitiative, die sich vor knapp zehn Jahren zusammengefunden hat, hält dagegen. Sie sorgt sich unter anderem um eine steigende Lärmbelästigung und einen Verlust von Lebensqualität, wenn in Merzbrück eines Tages auch größere Flugzeuge starten und landen können. Vor allem aber hält sie einen Ausbau für wirtschaftlich sinnlos. Steuergelder in Millionenhöhe müssten investiert werden, den Nutzen hätten jedoch nur „wenige Manager mit ihren Turbomaschinen“, wie Friedrich Baltzer für die Initiative kritisiert. „Es gibt dafür keinen Bedarf“, ist er überzeugt. Schließlich sei man mit den Flugplätzen Maastricht, Düsseldorf und Köln/Bonn „bestens vernetzt“, findet er.

Aktuell liegen die Ausbaupläne zwar auf Eis, weil es in der rot-grünen Landesregierung keine Mehrheit gibt, die die Finanzierung sicherstellen will. Die Planungen selbst gehen hingegen weiter. Noch im Laufe dieses Jahres rechnet Uwe Zink, Dezernent in der Städteregion und Geschäftsführer der Flugplatz Aachen-Merzbrück GmbH, mit den nötigen Genehmigungen. Auch die Grundstücksfragen seien geklärt. „Wir könnten in einem vertretbaren Rahmen bauen“, sagt er.

Rund fünf Millionen sind dafür veranschlagt. Weil andere Gönner fehlen, ist das derzeit ohne Landeshilfe nicht zu stemmen. Die Befürworter sind jedoch überzeugt – anders als die Bürgerinitiative –, dass ein Ausbau nur Vorteile hätte. „Er bringt was für die Leute und die Wirtschaft“, meint Zink.

Gutachten hätten ergeben, dass die Lärmbelastung in nahen Wohngebieten eher abnehmen werde, weil durch die Verschwenkung der Landebahn andere Flugkorridore genutzt werden. Vor allem die Verlautenheidener und Broichweidener würden davon profitieren. Zudem sei eine längere Landeplan schon aus Sicherheitsgründen nötig, um den laufenden Flugbetrieb zu erhalten.

„Wir reden über ein Niveau für ein- und zweimotorige Maschinen auf Kurzstrecken“, versichert Zink. Düsenjets sollen dort auch in Zukunft nicht landen. „Wir wollen den wirtschaftlichen Reiseflugverkehr halten“, so Zink. Er selbst habe keinen Pilotenschein, dennoch könne man nicht die Augen davor verschließen, dass „der Flieger in bestimmten Bereichen eine Superalternative ist“. Gerade auch die Wirtschaft habe daher großes Interesse an dem Flugplatz.

42.000 Starts und Landungen

Der Platz produziere keine Defizite, betont Zink. Zuschüsse erhalte er aktuell nicht. Pro Jahr würden in Merzbrück derzeit rund 42.000 Flugbewegungen gezählt. Vor 20 Jahren habe es noch mehr als 90.000 Flugbewegungen gegeben. „Da hat sich kein Mensch beschwert.“

Die Zeiten haben sich geändert, wie die Bürgerinitiative in Verlautenheide zeigt, die vor einiger Zeit rund 2500 Unterschriften gegen den Flugplatz-Ausbau sammeln konnte. Auf breite politische Rückendeckung wird sie vorerst nicht zählen können. Antworten haben die Unterzeichner laut Baltzer bisher von keinem Angeschriebenen bekommen. Einzig die Grünen signalisieren, dass sie auf einer Linie mit der Bürgerinitiative liegen.

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