Initiative Netzanschluss: „Nehmen Sie sich an ihnen ein Beispiel!“

Von: Kristina Toussaint
Letzte Aktualisierung:
13180045.jpg
Aller Ehren wert: Die Erzieherin Kaula Abu-Tir und die Initiative „Netzanschluss“ wurden für ihr selbstloses Engangement mit dem „Prädikat Familienfreundlich der Stadt ausgezeichnet. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Selbstloses Engagement in der Flüchtlingshilfe und besondere Unterstützung für Alleinerziehende, die drohen, aus dem sozialen Netz zu fallen: die diesjährigen Preisträger des „Prädikats Familienfreundlich“ sind echte Vorbilder. Am Donnerstag ehrte die Stadt Kaula Abu-Tir und die Ehrenamtler der Initiative Netzanschluss im evangelischen Gemeindehaus Arche.

„Aachen ist sehr gut aufgestellt, um den Belangen von Familien nachzukommen“, so Bürgermeisterin Hilde Scheidt in ihrer Laudatio.

Den Anspruch der Familien- und Kinderfreundlichkeit könne man aber nicht allein durch Verwaltung und Behörden erfüllen, sondern nur mit Hilfe der Bürger. Bereits seit zehn Jahren verleiht die Stadt daher das „Prädikat Familienfreundlich“ an Einzelpersonen, Firmen oder Initiativen, die sich in besonderer Weise für Kinder, Jugendliche und Familien einsetzen. Eine 21-köpfige Jury aus Oberbürgermeister, Vertretern der Politik, Jugendlichen und Kindern entscheidet über die Preisträger.

Neuankömmlinge mit offenen Armen willkommen zu heißen und anderen offensiv zu helfen, das habe sich besonders im vergangenen Jahr als Aachener Grundstimmung gezeigt, so Scheidt. Eine der vielen Helferinnen und Helfer, die ehrenamtlich und aus Eigeninitiative aktiv wurde, ist Kaula Abu-Tir. Die Erzieherin in einer Kindertagesstätte, als Kleinkind mit ihrer Familie aus dem Gaza-Streifen nach Deutschland gekommen, fuhr kurzerhand in die Erstaufnahmestelle.

Egal ob als Dolmetscherin, Ansprechpartnerin oder Helferin in allen Lebenslagen unterstützte Abu-Tir viele Familien und Kinder von der ersten Stunde an. Über 30 von ihnen begleitet sie noch heute bei Behördengängen, vermittelt Praktikumsplätze oder organisiert Möbel. Für all diese „wunderbaren Dinge“ habe sie sich den Preis mehr als verdient, so Bürgermeisterin Scheidt.

Menschen, die das „Netz“ verloren haben wieder zum Anschluss an die Gesellschaft verhelfen: das haben sich die Gründer der ökumenischen Initiative „Netzanschluss“ auf die Fahne geschrieben. Im Aachener Westen helfen sie seit zwölf Jahren Alleinerziehenden dabei, den Alltag zu meistern. Eine helfende Hand beim Möbelaufbau, ein Experte bei PC-Problemen, eine Betreuung für Kinder in Randzeiten oder eine Deutsch-Nachhilfe: das alles können die Nachbarschaftshelfer von „Netzanschluss“ sein.

Geehrt wurden Martina Dolfus, Therese Fries, Renate Hill, Marlies Schmitz-Schauer, Annemie Steves, Dagmar Pohlenz, Renate Wiehe, Heinz-Josef Mießen, Michael Klein, Ulrich Sachs und Gottfried Steves für ihr ehrenamtliches Engagement.

In Aachen sei das „Netz“ noch intakt, es drohe noch keine soziale Abgrenzung einzelner Stadtviertel – unter anderem dank des engagierten Eingreifens der Bürger, so die Bürgermeisterin. Bei der Ehrung in der Arche fordert sie daher: „Gucken Sie sich diese Leute an und nehmen Sie sich an ihnen ein Beispiel!“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert