Infoveranstaltung zum Rückhaltebecken Kleebach

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Aachen. Zum Problemfall Rückhaltebecken Kleebach hat die Stadtverwaltung zusammen mit der Politik am Freitag mit einer Informationsveranstaltung das Gespräch mit den Bürgern gesucht.

Die Anwohner der Krebsstraße hatten sich schon seit längerer Zeit über Geruchsbelästigungen beschwert, die durch Beimischung von Fäkalien verursacht werden, die sich bei sogenannten Einstauereignissen in dem Becken sammeln.

Wenn der Mischwasserkanal zum Beispiel durch länger anhaltende Regenfälle sehr voll ist, sammelt sich in dem Rückhaltebecken der Überlauf. Dieser wird entsprechend dosiert an das Kanalsystem wieder zurückgegeben.

In der Sitzung des Verkehrsausschusses am 4. Juni stand die Geruchsbelästigung der Rückhaltebeckens Kleebach auf der Tagesordnung. Die Verwaltung war irrtümlich zur Einschätzung gelangt, dass das Problem durch die Änderungen, die die Stawag Ende 2008 vorgenommen hatte, erledigt war. Weitere kostenintensive Maßnahmen - zum Beispiel für einen entsprechenden Ingenieurauftrag - wurden daraufhin zurückgestellt. Die Stawag hatte damals in Absprache mit dem Wasserverband Eifel-Rur (WVER) die Becken- und Schiebersteuerung modifiziert und damit eine zügigere Entleerung des Beckens und der Basisleitung bewirkt.

Danach haben drei Einstauereignisse stattgefunden. Dabei wurden gezielte Kontrollen durchgeführt und auch Anwohner befragt. Es wurden keine Geruchsbelästigungen mehr festgestellt. Beschwerden gingen ebenfalls nicht ein.

Die betroffenen Anliegen waren über diese Vorgehensweise entsetzt, da sie ihre Beschwerden zurückgehalten hatten in gutem Glauben, dass entsprechende Maßnahmen zur Lösung des Problems auf dem Weg seien.

Zum Hintergrund: An der Stelle des heutigen Beckens wurde bereits in den 70er Jahre ein Rückhaltebecken errichtet. Seit 2000/01 existiert ein neues Becken zur Vermeidung von Abwassereinleitung in den Haarbach bei starken Regenereignissen. Geruchsbelästigungen werden vereinzelt seit 2004 gemeldet, verstärkt seit 2007. Bei Erstellung des Rückhaltebeckens in den 70er Jahren waren vor allem Wohngebiete und Kleingewerbe angeschlossen. Das Gewerbegebiet Eilendorf Süd wurde in den 80er Jahren angeschlossen. Die Tuchfabrik Beckers, die vorher abwassertechnisch zur ARA Brand gehörte, folgte 2002.

Von den Anwohnern werden Geruchsbelästigungen durch Abwasser witterungsabhängig und mit unterschiedlicher Wahrnehmung beklagt. Konkret gingen in 2008 elf Meldungen ein. Nach einer Analyse der Stawag erfolgten diese immer jeweils drei Tage nach Entleerung eines Einstaus. Daraufhin wurde die Beckensteuerung zur zügigeren Entleerung des Rückhaltebeckens verändert und die Schiebersteuerung zur vollständigen Entleerung der Basisleitung angepasst. Von den betroffenen Anliegern und der Bezirksvertretung Eilendorf wird die Schließung des Rückhaltebeckens bzw. Einhausung gefordert. Beide Lösungen sind mit erheblichem Kostenaufwand (mehrere Millionen Euro) verbunden. Darüber muss die Politik entscheiden. Die Verwaltung hat zunächst Maßnahmen durchgeführt, die keinen hohen baulichen Aufwand erfordern.

Eine weitere Maßnahme im Bestand ließe sich in Form einer gezielten Zugabe von chemischen Substanzen realisieren, die aber derzeit nicht notwendig erachtet wird.

Die Verwaltung bedauert die Fehleinschätzung der aktuellen Situation und sagt zu, dass sie die zuständigen Gremien darüber informieren wird, dass entgegen dem Kenntnisstand am 4. Juni weiterhin Geruchsbelästigungen auftreten. Die bisherigen Maßnahmen haben weniger als angenommen bewirkt.

Der Verkehrsausschuss erhält auf der Basis der Niederschrift der Bürgerversammlung für seine nächste Sitzung eine entsprechende Vorlage, damit der Ingenieurauftrag erteilt werden kann. Die Bezirksvertretung wird versuchen, über die Mitglieder im Verkehrsausschuss eine entsprechende Dringlichkeitsentscheidung des Verkehrsausschusses noch vor der Sitzung zu erreichen, damit der Ingenieurauftrag unverzüglich in die Wege geleitet werden kann. Die Bezirksvertretung Eilendorf und die Ratsvertreter werden versuchen, in den Haushaltsberatungen vorsorglich Mittel für bauliche Maßnahmen zu beantragen, auch wenn dazu noch keine konkreten Zahlen vorliegen.

Die Stawag prüft die Möglichkeiten, bis zur Realisierung weitergehender Maßnahmen das Becken nach Einstauereignissen zügiger und wirkungsvoller als bisher zu reinigen.
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