Aachen - Infoveranstaltung der Bürgerinitiative Beverau: Frischluftfrage heizt Gemüter richtig auf

Infoveranstaltung der Bürgerinitiative Beverau: Frischluftfrage heizt Gemüter richtig auf

Von: Peter Schopp
Letzte Aktualisierung:
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Bedroht das geplante Bauland südwestlich des Eselswegs die Frischluft in den Innenstadt? Zahlreiche Anwohner waren in die Burg Frankenberg gekommen, um sich neue Informationen zu holen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. „Ich bin eine ältere Frau, und ich habe eine unglaubliche Wut im Bauch!“ Die Emotion brach sich Bahn, und den meisten der Zuhörer im Saal der Burg Frankenberg sprach die Dame aus der Seele. Stühle waren Mangelware, mehr als 100 Anwohner und Interessierte waren der Einladung der Bürgerinitiative Beverau gefolgt, um sich über die aktuelle Situation zu informieren.

Die Organisatoren der Bürgerinitiative sind seit der Vorstellung dieses Vorentwurfs aktiv, Eingaben wurden gemacht, Anfragen gestartet und Unterschriften gesammelt. Die Resonanz war von Beginn an groß, viele Menschen aus den angrenzenden Gebieten haben die Sorge, dass mit erfolgter Bebauungsgenehmigung die Luftqualität sowohl im Frankenberger Viertel als auch in der gesamten Innenstadt leiden werde.

Dr. Jochen Linke, Mitorganisator der Bürgerinitiative, hielt einen Vortrag, bei dem den Anwesenden klar vor Augen geführt wurde, welche Bedeutung der strittige Bereich für die nähere Umgebung hat. Das Landschaftsschutzgebiet Beverau wird im gesamtstädtischen Klimagutachten aus dem Jahre 2000 noch als ein sogenanntes Kaltluftentstehungsgebiet mit besonderer Bedeutung eingestuft. Was sperrig klingt, ist einfach erklärt. Über den Wiesen in diesem Bereich bildet sich nach Sonnenuntergang ein Kaltluftpolster, welches durch die topographische Lage der Beverau in das Frankenberger Viertel abströmt, weil kalte Luft spezifisch schwerer ist als warme und entsprechend hinabströmt. Das wiederum sorgt für einen Luftaustausch der schadstoffbelasteten Innenstadtluft gegen frische kühlere Luft. Die Innenstadttemperaturen können so gerade auch bei Inversionswetterlagen abkühlen und sorgen für eine gesündere Lebensatmosphäre.

Das Augenmerk auf den Erhalt dieses Gebietes in seiner jetzigen Form ist auch deshalb so groß, weil es stadtnah nicht viele solcher Flächen gibt. Im Aachener Süden ist die Beverau das größte. Zwar liegen im Norden der Stadt mit Soers und Wurmtal ähnlich große Gebiete, allerdings liegen diese tiefer als die Innenstadt, so dass in die Stadt aus diesen Bereichen keine Kaltluft abströmen kann.

Die Beverau sei also wichtig, was auch Mitorganisator Dr. Georg Franz betonte: „Seit langem ist das Problem Frischluft in Aachen präsent. Die Schadstoffwerte liegen an neuralgischen Punkten dauerhaft über den erlaubten Grenzwerten, weswegen ja auch die Umweltzone bis an die Adenauerallee eingerichtet werden musste. Umso unverständlicher, wenn jetzt die vorhandenen positiven Einflüsse der Beverau durch Politik und Verwaltung beschnitten werden“, legte er bei der Infoveranstaltung den Finger in die Wunde.

Ganz besonders für Aufregung sorgte, dass eine Umweltprüfung 2014 zu dem Ergebnis kam, dass die Beverau-Wiesen in höchstem Maße erhaltenswert seien, dies aber nach einer leichten Modifizierung des Gebietes nun plötzlich nicht mehr der Fall war und der Bereich nun als geringfügig bis nicht mehr erhaltenswert eingestuft wurde.

Viele Wortmeldungen im Anschluss an die Vorträge zeigten deutlich, was die Anwesenden von diesem Vorgehen von Politik und Verwaltung hielten. Der mittlerweile gegründete Verein „Umwelt-und Landschaftsschutz Aachen-Beverau“, der sich den Erhalt des Gebietes zur Aufgabe gemacht hat, war schließlich der Gewinner des Abends – die ausgelegten Beitrittserklärungen waren sofort vergriffen.

Weite Informationen gibt es auf der Webseite der Bürgerinitiative

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