Aachen - Industrie-Dialog im Krönungssaal: Tradition funktioniert nur mit Innovation

Industrie-Dialog im Krönungssaal: Tradition funktioniert nur mit Innovation

Von: Rolf Hohl
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Aachener Industrie-Dialog: Im Krönungssaal des Rathauses stellten sich Pferdesport-Experten den Fragen der Moderatoren Petra Pauli und Robert Esser. Foto: Andreas Steindl
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Mit dabei: Michael Mronz. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Wenn im deutschen Sportfernsehen kein Fußball läuft, ist die Chance groß, dass stattdessen über den Reitsport berichtet wird. Diese Aufmerksamkeit ist auch ein Verdienst von Michael Mronz, der als Sporteventmanager seit 20 Jahren für die Vermarktung des CHIO verantwortlich ist.

Am Donnerstagabend war er zu Gast beim dritten Industrie-Dialog im Krönungssaal des Rathauses und sprach dort über die Gemeinsamkeiten von Sport und Wirtschaft.

In einer Zeit des gesellschaftlichen und technischen Wandels, wie er wohl gerade bevorstehe, sei es wichtig, eine Balance zwischen Neuem und Altbewährtem zu finden, so Mronz. Das gelte auch für ein Sportereignis wie den CHIO und den seit über einem Jahrhundert existierenden Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV). „Natürlich kann man beim ALRV auf viel Tradition aufbauen. Das hilft aber nur, wenn man gleichzeitig innovativ ist und sich stetig weiterentwickeln kann“, sagte er.

So habe man sich etwa gegen den internationalen Trend und für den grünen Rasen beim Springreiten entschieden, statt – wie andere Stätten – auf Sand zu setzen. Hingegen müsse noch mehr das Verständnis für den relativ komplexen Reitsport geschaffen werden, damit sich mehr Zuschauer dafür begeistern könnten, betonte Mronz. Er warb zudem für die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr als Austragungsort der Olympischen Spiele 2032.

In diesem kompakten Umfeld mit seinen rund zehn Millionen Einwohnern und den bereits vorhandenen Sportstätten seien solche Spiele eine große Chance, sich auch als wirtschaftlich innovative Region zu präsentieren. „Es ist aber entscheidend, dass die Bevölkerung dabei mitgenommen wird. Weil dies bislang eben nicht geschehen ist, sind die letzten fünf deutschen Bewerbungen für Olympische Spiele alle gescheitert.“

Eine, die diese schon aus nächster Nähe erlebt hat, war ebenfalls vor Ort im Krönungssaal: die Olympiasiegerin und Weltmeisterin im Dressurreiten, Nadine Capellmann. Nicht zuletzt ihre Erfolge in der Welt des Pferdesports haben diesem jene Aufmerksamkeit verschafft, die er heute in Deutschland bekommt. Unter anderem hätten aber auch die Kür beim Dressurreiten sowie die horrenden Preise für die Pferde einen kräftigen Schub gegeben – sechsstellige Summen seien für ausgebildete Dressurpferde keine Seltenheit, so Capellmann. Ihre eigene berufliche Zukunft ließ sie hingegen im Gespräch mit Moderator Robert Esser noch im Ungewissen: Trainerin für die deutsche Turniermannschaft zu werden, könne sie sich derzeit nicht vorstellen; höchstens für ihre eigene Tochter.

Die mittlerweile dritte Ausführung des Aachener Industrie-Dialogs geht auf eine Initiative der produzierenden und verarbeitenden Unternehmen in der Region und wird sowohl von der Städteregion als auch von der Stadt Aachen unterstützt.

Oberbürgermeister Marcel Philipp jedenfalls zeigte sich am Donnerstagabend zufrieden mit der Entwicklung der Initiative. Der Industrie-Dialog habe eine lebendige Eigendynamik erreicht, aus dem immer wieder neue Impulse und Ideen kämen, um noch besser auf die regionalen Betriebe aufmerksam zu machen. An diesem Abend ist dies zumindest gelungen, haben Reitsport und die Industrieunternehmen doch ein gemeinsames Interesse: im Gespräch zu bleiben.

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