In zwei Restaurants gehts um die Wurst

Von: Robert Esser
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Scharf oder süß: Im Wurstres
Scharf oder süß: Im Wurstrestaurant „Culux” am Markt gibt es zur Wurst 16 Soßen mit Schärfegraden, die teils erst ab 18 Jahren bestellt werden dürfen - hier präsentiert von Patricia und Marina. Foto: Michael Jaspers

Aachen. „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei” - und zwar Restaurants. Nach Gyros-, Döner- und Pizza-Boom kehrt das Würstchen auf die Speisekarte der Öcher zurück.

In edler Variante: Gleich zwei reinrassige Wurstrestaurants eröffnen in der Kaiserstadt. Am 11. November weiht Nagel&Hoffbaur-Geschäftsführer Boris Bongers in der ehemaligen „Maus am Dom” sein „Hanswurst” mit Betriebsleiter Oliver Lentzen ein. Hingegen grillt das „Culux” mit Geschäftsführer Darren Cahill und 16 Mitarbeitern am Markt schon seit einigen Tagen auf vollen Touren.

Wer dort eine Currywurst mit „ultrascharfer Soße” bestellt, erlebt jedenfalls sein blaues Wunder. Man müsste nämlich eine halbe Badewanne Wasser trinken, um die Schärfe der Chili-Essenz zu kompensieren - was den wenigsten Wurstfans mal eben neben dem Imbiss gelingt. „Gemessen wird die Schärfe, der sogenannte Capsaicin-Gehalt, in der Maßeinheit Scoville”, erklärt Cahill. „Unsere ultrascharfe Soße hat eine Million Scoville. Zur Neutralisierung eines Tropfens Schärfe bräuchte man also eine Million Tropfen Wasser.” Ab 600.000 Scoville dürfen die Soßen erst Kunden über 18 Jahren aufgetischt werden - es besteht akute Brandgefahr im Mund, in der Speiseröhre, im Magen etc.

Mehrfach im Jahr will das „Culux”, das damit bereits in Frankfurt und Köln Schlagzeilen machte, in Wettbewerben die schärfsten Gaumen der Stadt küren - mit bis zu drei Millionen Scoville und einem Notarzt im Lokal. „Aber das ist wirklich nicht die Hauptsache. Entscheidend ist, dass wir 25 verschiedene Wurstsorten wie Berliner, Nürnberger und Thüringer anbieten, die man mit 16 Soßen kombinieren kann, welche dann in verschiedenen Schärfegraden von mild bis heftig getunt werden”, sagt der „Culux”-Chef. Es gehe darum, „die Wurst aus ihrem Image-Loch zu holen - und zu zeigen, was sie kann”. Sie könne sogar Vegetarier und Veganer in völlig fleisch- und milcheiweißloser Form überzeugen. „Ich habe viele glückliche Gesichter gesehen, die oft nach Jahren zum ersten Mal wieder eine echte Wurst im Mund haben”, freut sich Cahill im schicken Ambiente des ersten Wurstrestaurants der Stadt.

Wenige hundert Meter entfernt bereiten Handwerker Nummer zwei am Münsterplatz vor. Ex-Karnevalsprinz Boris Bongers zeichnet hier verantwortlich für eine neue „retro-organische Systemgastronomie”. Im „Hanswurst” heißen nämlich alle Mitarbeiter Hans und kredenzen zwölf Wurstspezialitäten mit Brot, Pommes oder Salat. Der Clou: „Jede Wurst, alle ausschließlich von regionalen Fleischern und Meistern ihres Fachs kreiert, durchlaufen einen Elektrodurchlaufofen auf Fließband und schmecken immer gleich”, erläutert Bongers. „Und außerdem ist alles völlig fettfrei - sogar die Pommes”, sagt er.

Genauso wie das „Culux” sei das „Hanswurst” definitiv kein Imbissbetrieb. Man investiere hunderttausende Euro in modernste Küchentechnik und den Umbau des denkmalgeschützten „Maus-Baus”. Das schmeckt dem Obermeister der Fleischer-Innung, Wolfgang Flachs, umso mehr: „Wenn Wurst in aller Munde ist, kann das nur gut sein. Am Ende profitieren zwei: unser Handwerk und der Kunde”, lobt er.
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