In Zeichen großer Not auf Kultur setzen

Von: Thomas Beaujean
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Aachen. Vor 60 Jahren, am 23. Dezember 1951, wurde das im 2. Weltkrieg zerstörte Stadttheater nach seinem Wiederaufbau mit Richard Wagners Oper „Die Meistersinger von Nürnberg” feierlich wiedereröffnet.

Den Aachener Bürgern war das Musikleben und das Theater in Zeiten großer materieller Not, in Zeiten, als die Stadt zu großen Teilen noch in Schutt und Asche lag, so viel wert, dass sie so schnell wie möglich ihre Kulturstätten wieder aufbauen wollten und dies auch umsetzten. Denkwürdig ist dabei, dass dies nicht nur mit Mitteln der öffentlichen Hand geschah, sondern dass sich die Bürgerschaft aktiv daran beteiligte.

Entscheidende Rolle

Hier spielte die 1949 wiedergegründete Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde zu Aachen e.V. eine entscheidende Rolle, in der sich honorige Aachener Bürger als Mäzene betätigten und die Aachener Bürgerschaft zu Spenden für den Wiederaufbau des Theaters aufriefen. So konnte Dr. Alexander Schippan aus dem Vorstand der Gesellschaft 1951 in einem Schreiben an den damaligen Leiter der Lokalredaktion der Aachener Volkszeitung Helmut A. Crous vermelden, „dass sich die Das ist in diesen Monaten, in denen in Aachen die Finanzierung von Kultur, Bildung und Soziales diskutiert wird, Anlass genug zu einem Rückblick.

Spenden nicht nur aus größeren namhaften Summen zusammensetzen, sondern dass viele kleine Spenden aus der gesamten Bürgerschaft gekommen sind und dass diese kleinen Beträge die Opferbereitschaft der Bürger für ihr Musik- und Theaterleben kennzeichnen”. Aus diesen gesammelten Beträgen konnten damals dringend benötigte Instrumente für das Orchester, diverse Bühnenvorhänge und ein Bühnenteppich für das Theater angeschafft werden.

Die 1924 gegründete Gesellschaft der Musik- und Theaterfreunde setzt sich nach wie vor tatkräftig für das Musikleben in der Stadt ein. Sie finanziert maßgeblich die Kammerkonzertreihe des Sinfonieorchesters Aachen im Foyer des Theaters, setzt Schwerpunkte in der Organisation von Kinder- und Jugendkonzerten und hat sich durch weitere Projekte ein eigenes, zeitgemäßes Profil gegeben. Sie möchte sich ausdrücklich in Zeiten notwendiger Sparmaßnahmen im städtischen Haushalt den Appellen anderer Fördervereine von Theater und Sinfonieorchester anschließen, Aachen seinen Rang als Kulturstadt zu erhalten, nicht an der falschen Stelle zu sparen und das Theater finanziell so auszustatten, dass es in seiner jetzigen Struktur erhalten werden kann. „Was in Zeiten großer materieller Not wieder aufgebaut werden konnte, sollte jetzt nicht leichtfertig verspielt und aufgegeben
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