In Gold und Silber glänzt und glitzert es überall

Von: Sarah Sillius
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Adam C. Oellers kennt die vielen Geschichten über die profanen Schmiedearbeiten. Im Couven-Museum hat er einige Werke zusammengestellt. Hier präsentiert er den Schützenvogel von Dietrich von Rodt aus dem Jahr 1633/den Karlsbrunnen-Tafelsatz von Dietrich von Rodt aus dem Jahr 1624/ die Prunkvase von Heinrich Vogeno aus dem Jahr 1841. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Tafelaufsatz, Zierpokale, Amtsketten, Schützensilber und jede Menge Schmuck - es glänzt und glitzert in der Stadt, und das gleich an drei Orten: im Couven-Museum, in der Domschatzkammer und der Sparkasse am Münsterplatz.

Grund ist das 500-jährige Jubiläum der Aachener Gold- und Silberschmiede-Innung, das am Gründungstag seinen feierlichen Höhepunkt erreichte.

Station eins: Im Couven-Museum gibt Kunstexperte Adam C. Oellers Einblicke in die profane Schmiedearbeit: Werke aus bekannten älteren Goldschmieden und Familienbetrieben bis hin zu Exponaten der Goldschmiedemeister aus jüngerer Zeit. Sie zeigen, dass sich in 500 Jahren vieles verändert hat: Die ältesten Stücke stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert, zum Beispiel der Mariengroschen von Goldschmied Hans von Reutlingen. Beeindruckend sind die filigranen Details der Pokale, Becher und Schmuckstücke: der kleine Karl der Große auf dem Karlsbrunnen-Tafelaufsatz von Dietrich von Rodt aus dem Jahr 1624 zum Beispiel, oder die feingliedrigen Figuren von Adam und Eva auf dem prunkvollen Collier von Gerhard Thewis von 1949/1950. Aber das Spannendste sind wohl die Geschichten und Anekdoten rund um die Exponate.

Wechsel zum Schauplatz Nummer zwei: „Die Schmuckstücke von heute haben eine enge Bindung zum Kunden”, erklärt Georg Comouth die Symbolik der Werke von heute. „Zum Beispiel haben die Kunden ein Schmuckstück der Großmutter dabei, das in ein neues eingearbeitet wird.” Comouth, Obermeister der Innung, und viele weitere Innungsmitglieder haben sich in den Räumen der Sparkasse zum großen Festakt versammelt. Natürlich eine Gelegenheit für Comouth, zurückzublicken: „Die Arbeit der Goldschmiede von früher und heute ist nicht mehr zu vergleichen.” Durch den politischen und sozialen Wandel habe sich eine Menge geändert. Dennoch sei die Arbeit noch immer sehr mit Tradition verbunden. Comouth zum Beispiel stammt auch aus einer Goldschmiedefamilie. „Heute geht es aber mehr um ein Gefühl für Zeitgeist und neue Designs.”

Das sieht Prosper Brüderlin, Ehrenobermeister der Innung, ähnlich: „Die Herausforderungen für uns Goldschmiede von heute liegen darin, am Markt zu bestehen und mit der Zeit zu gehen.” Klar, unter den Goldschmieden bestehe eine gewisse Konkurrenzsituation, doch jeder habe eben seinen ganz persönlichen Stil. Diese Vielfalt beweist die Innungsausstellung in der Sparkasse. „Eine Ausstellung, die es in dieser Zusammenstellung noch nie gegeben hat”, betont Comouth.

Zwei festliche Momente des Abends: Der Obermeister überreicht Albrecht Peltzer, Vorstandsmitglied des Vereins „Kinder in Not Aachen” (und Leiter der AZ-Lokalredaktion), einen Scheck über 1400 Euro für den guten Zweck. Die Jubiläums-Silberlinge der Innung erhalten Hubert Herpers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Aachen, Hans J. Wiegleb, Präsident des Zentralverbandes der deutschen Gold- und Silberschmiede, Adam C. Oellers und Dr. Georg Minkenberg, Leiter der Domschatzkammer.

Mit musikalischen Beiträgen und zwei Talkrunden mit Experten aus dem Bereich der Schmiede-Kunst, moderiert von unserem Redakteur Robert Esser, geht der Abend feierlich zu Ende.

Dauer der Ausstellungen

Die historische profane Gold- und Silberschmiedekunst im Couven-Museum, Hühnermarkt 17, ist bis zum 28. November zu sehen. Die Ausstellung in der Sparkasse Aachen, Münsterplatz 7-9, dauert bis zum 25. Oktober.

Die historische sakrale Gold- und Silberschmiedekunst in der Domschatzkammer, Johannes-Paul-II.-Straße, kann bis zum 28. November besucht werden.

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