In Front Festival: Karl der Große als Musikliebhaber

Von: Svenja Pesch
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Karl und die Musik: Zum Auftakt des „In Front Festivals“ spielte in der Klangbrücke das „Neue Musik Ensemble Aachen“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Was haben Karl der Große und die Musik gemeinsam? Eigentlich nicht viel, denkt man zunächst. Doch da widerspricht Gwendolen Webster, die Vorsitzende der Gesellschaft für zeitgenössische GZM.

„Karl der Große war ein Freund der Musik, er ließ viele Künstler an seinen Hof in Aachen kommen, die ihn musisch unterhielten. So wurde die Kaiserstadt zu einer kleinen Musikmetropole, denn Karl hat sogar mit dem Schwert dafür gekämpft, dass sich die Musik in all seinen Herrschaftsgebieten verbreitete.“

Demnach hätte der Karolinger vermutlich am Auftakt des „In Front Festivals“, das unter dem Motto „Karloma(g)nia“ steht, seine Freude gehabt, denn die diesjährige Veranstaltungsreihe steht ganz im Zeichen des vor 1200 Jahren gestorbenen Kaisers. Das Auftaktkonzert „Stationen einer Macht“ war eine Verbindung von Musik und Literatur. Das „Neue Musik Ensemble Aachen“ sowie Christian Cadenbach vom Theater K reflektierten musikalisch und literarisch ausgewählte Ereignisse aus dem Leben Karls des Großen. Als Vorlage diente der von Thomas Mielke geschriebene Roman „Karl der Große“.

Die Musik von zeitgenössischen Komponisten ließ Stimmungen und Assoziationen zu Themen, wie Macht, Leiden, Frieden und Tod entstehen. So wurde zu Sofia Gubaidulinas „Streitlied zwischen Leben und Tod“ von 1988 der Tod Pippins, dem Vater von Karl dem Großen thematisiert. Das Wechselspiel zwischen gelesenen Texten von Christian Cadenbach und gespielten Abschnitten sorgte für eine stimmungsvolle Atmosphäre, die die mittelalterliche Zeit in all ihren Facetten ein Stück weit aufleben ließ.

Drei musikalische Richtungen

Bei dem an drei Tagen stattfindenden Festival stehen der Tradition nach drei musikalische Richtungen im Fokus: Neue Musik, improvisierte Musik und aktueller Jazz. Die Geschäftsführerin der GZM, Johanna Daske, freut sich, dass auch das „In Front-Festival“ das Karlsjahr zum Thema macht: „Für das Auftaktkonzert haben wir die Stücke speziell zum Text ausgesucht und mit moderner Musik verbunden. Am zweiten Abend steht dann der Jazz im Fokus, natürlich spielt auch hier Karl wieder eine Rolle.“

Samstag endet das Festival mit einem Doppelkonzert in der Klangbrücke an der Kurhausstraße. Zunächst gibt es ab 19.30 Uhr eine Mischung aus Krimilesung und Neuer Musik, dann gastieren um 21.45 Uhr Claudius Valk (Saxofon) und Sebastian Sternal (Klavier) mit aktuellem Jazz.

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