„In Front Festival“: Die politischen Grenzen musikalisch überwinden

Von: Svenja Pesch
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Wollen mit dem „In Front Festival“ in der Klangbrücke auch ein politisches Zeichen setzen: von links Gwendolen Webster, Vorsitzende der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik, mit den Vorstandskollegen und Musikern Johanna Daske, Birgit Bam, Hansotto Schwacke, Werner Hüsgen und Olaf Futyma. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Polarisierende Zeiten erfordern gezielte Maßnahmen. „Man muss politisch sein, aktiv sein“, betont Gwendolen Webster, Vorsitzende der Gesellschaft für Zeitgenössische Musik e.V. (GZM). Und das geht auch musikalisch. Deshalb steht das diesjährige „In Front Festival“ vom 19. bis 21. Oktober in der Klangbrücke unter dem Motto „Fremdes gehört (?) – Zu uns.“

Die Akteure möchten damit ein Zeichen für grenzüberschreitende und grenzübergreifende Kultur setzen, wie Webster ergänzt. „Wir schaffen beim diesjährigen Festival Räume für das Sowohl-als-auch. Es geht um keine Schwarz-weiß-Darstellung, sondern um die Vereinbarung verschiedener (musikalischer) Einflüsse.“

Den Auftakt am 19. Oktober macht das Kollektiv „Mount Meander“. Die vier Musiker zerreißen die Grenzen zwischen Avantgarde, Jazz, Welt- oder Pop- und Rockmusik. „Mount Meander präsentiert genrefreie Musik und agiert mit vielen verschiedenen Elementen. Das macht das Ganze so spannend, denn es geht um Einheit, Gleichheit, Vertrauen und den Raum zwischen den vier Musikern und dem Publikum“, erzählt Werner Hüsgen, Musiker und Vorsitzender des künstlerischen Beirates. Am Freitag, 20. Oktober, treffen das „Neue Musik Ensemble Aachen“ und das Ensemble 88 aus Maastricht aufeinander. Werke von Luciano Berio, Samir Odeh Tamimi und Taner Akyol erinnern an die Menschenrechtsbewegung und die Opfer des Rassismus sowie des Fremdenhasses.

Gleich vier Uraufführungen warten auf den Besucher, wie Olaf Futyma, Leiter des „Neuen Musik Ensembles“, betont. „Die gespielte Musik ist unglaublich ausdrucksstark und regt zum Nachdenken an. Es braucht nicht unbedingt das gesprochene Wort, um Emotionen deutlich zu machen. So thematisieren wir beispielsweise die Räumung eines Flüchtlingslagers auf rein musikalische Art und Weise.“ Ferner werden Stücke aus China, Ungarn, der Türkei oder aus Italien gespielt.

Den Abschluss des „In Front Festivals“ bildet ein Doppelkonzert. Mit ihrem Projekt „Vinograd Express“ hat sich die Klarinettistin Annette Maye das Masada-Songbook des New Yorker Avantgarde-Komponisten John Zorn vorgenommen. Für ihre Arbeitsweise wurde sie 2016 mit dem „Künstlerinnenpreis NRW“ ausgezeichnet. Ihr Ziel: Fremdes Material so umformen, dass es passgenau in den eigenen Kreativkosmos integriert wird. Freejazz, Rock und andere moderne Genres treffen aufeinander.

Weiter geht es mit der Band „emco“, bei der die Improvisation im Vordergrund steht. Stimmkünstlerin Mascha Corman singt und spricht Texte, die überraschen und verzaubern. Nach den Konzerten findet die After-Show Party mit der Bigband „Soundbridge“ statt. „Wir freuen uns auf die kommenden Tage und erwarten wieder viele hundert Besucher, die sich auf das grenzüberschreitende Festival einlassen“, resümiert Johanna Daske, Geschäftsführerin des GZM.

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